Montag, 20. Februar 2017

Von Eleganz, Liebe und Katsuobushi

Japanische Nudelsuppe mit Shiratakinudeln in japanischem Teller von Miyabi

Im letzten Beitrag fragte ich euch ja nach der mysteriösen Zutat, welche zugleich rosa ist und nach Fisch duftet. Die Antworten waren interessant bis lustig, teilweise nicht jugendfrei und allesamt falsch: Es ist kein Einhorn (nicht alles was rosa ist, ist ein Einhorn) und schon garnicht etwas Unzüchtiges.

FREUND und ich sind gerade kulinarisch wieder mal auf dem Japantrip, was daran liegt, dass wir generell äußerst japanophil sind: Wir lesen Mangas, schauen Animes und sind auch der japanischen Kultur an sich nicht abgeneigt. Ich bewundere die Feinheit, Achtsamkeit und die Perfektion, welche die Japaner in viele Dinge stecken. Dort gibt es noch echte Meister in vielen Disziplinen. Wer traut sich hier denn noch, einer Leidenschaft ernsthaft nachzugehen? Schnell gilt man doch als verschroben. Aber in Japan gibt es Menschen, die 20 Jahre lang ausschließlich lernen, wie man Sushi richtig schneidet oder ihr Leben lang versuchen, die perfekten Buchweizennudeln herzustellen, DAS ist doch Meisterschaft!

Silberreiher im Licher Stadtpark. Als hätte er auf diesen Beitrag gewartet.


Die japanische Küche ist unglaublich vielfältig was Aromen angeht und geht zutatenmäßig mit den Jahreszeiten! Japanische Supermärkte kommen  ohne Tiefkühltruhen aus, weil das Essen immer möglichst frisch gekauft wird. Daran sieht man zweierlei: Wie groß das Qualitätsbewusstsein der Japaner ist, und, dass ein Leben ohne Tiefkühlpizza und Co. denkbar und möglich ist.
Auch essen Japaner nicht nur und ausschließlich Reis, sondern sogar erstaunlich wenig davon: 1go  Reis entspricht 150g Trockengewicht und reicht für 2 Personen. Pro Person kommen für eine Hauptmahlzeit also nur 75g Reis auf den Tisch. Das ist gekocht eine knappe kleine Dessertschale voll. Als Beilage sind es sogar nur 50 Gramm. 
Den Hauptteil der Mahlzeit bietet verschiedenes frisches Gemüse der Saison, fermentiertes und eingelegtes Gemüse, Misosuppe und Fisch sowie etwas Fleisch. Das hat mich schon ein wenig erstaunt muss ich sagen.

Lecker Iberico für FREUND zum Valentinstag (statt Blumen). Von FREUND  bekam ich eine Kokeshi-Figur.


Ich habe mich also rangewagt, an die Original-japanische Küche. Und da gibt es halt eine Sache, die nahezu für alle Gerichte in mehr oder minder großen Mengen gebraucht wird: Dashi-Brühe.
Dashi-Brühe kann entweder mit Seetang oder getrockneten Shitake-Pilzen zubereitet werden, aber die zweite Zutat ist essentiell und kaum zu ersetzen: Katsuobushi

Was ist rosa und riecht nach Fisch? Katzuobushi!

Dabei handelt es sich um getrocknete Bonito-Thunfisch-Flocken. Und hier hätten wir dann auch des Rätsels Lösung! Zugegebenermaßen ist das Licht auf dem  Bild etwas doof, in Wahrheit sind die Flocken wirklich ziemlich rosa.
Eine Handvoll davon packt man also mit zwei Shitakepilzen auf nen Liter Wasser, kocht das Ganze auf und lässt es ziehen um es anschließend abzusieben. Das Ergebnis ist eine geschmacklich feine Brühe, welche im fertigen Gericht garnicht herauskommt, aber durch den hohen Umami-Anteil den Geschmack sämtlicher anderen Zutaten hervorhebt, dass es eine Freude ist!
 Für die obige Suppe habe ich einfach Dashibrühe mit etwas Sojasauce und Mirin aufgekocht und gekochte Shiratakinudeln, gebratenes Iberico und Frühlingszwiebeln dazugegeben. Klingt total langweilig, aber die Brühe fetzt echt  und ich kann nur jedem Empfehlen, das mal zu testen ( sonst glaubt man das auch einfach nicht). Mit Hühnerbrühe bekommt man das auf keinen Fall so hin, völlig cool.


Probierst du gerne andere Küchen aus? Was war dein größtes "Wow"-Erlebnis?

Mach es dir schön!
Wren



Freitag, 17. Februar 2017

Was ist rosa und riecht nach Fisch?- Teil 1

Oh Gott,
ich sterbe grad fast vor Lachen.
Folgende Situation:
Ich will grad nen neuen Blogbeitrag verfassen und suche nach einem guten Titel, denn gute Überschriften sind ja wichtig, gelle?.
Gerade als ich, nach langer Gehirnzermaterung, obigen Titel eintippe, kommt FREUND mit Lachtränen in den Augen ins Zimmer gewankt, und meint nur, er hofft, dass unsere Vermieterin nicht bös' ist, denn der ehemals weiße Fußabtreter vor der Haustür ist nun, nach dem Waschen, man ahnt es schon: Rosa. (Aber er riecht nicht nach Fisch, das ist also nicht des Rätsels Lösung, wer drauf kommt, was ich stattdessen meine, bekommt eine Packung höllisch-scharfer Instant-Ramen, die heute meiner Bestellung beilag gratis zugeschickt;).).
Ich überlegte kurz, ob man die Schuld auf den roten Putzeimer mit Wasser schieben könnte, in welchem ich den ehemals weißen -dann farblich den Stufen angepassten-Fußabtreter heute Morgen in einer Art stummen Aufforderung auf dem Treppenabsatz stehend vorgefunden habe, aber das wird wohl nicht funktionieren.

Dann ist er halt ab jetzt ein schüchterner Fußabtreter, Pastellfarben sind eh in.

Edit: Freund betont nochmal grad, dass an dem Fußabtreterunglück ein rotes Handtuch schuld war, welches aber, EXKLUSIV, nur den Abtreter gefärbt hat, und nicht etwa all die anderen weißen Sachen.