Dienstag, 27. September 2016

Wenn gesund Essen zur Sucht wird...

 Das Bewusstsein um ein neues Krankheitsbild schleicht sich zur Zeit in die Foren und sozialen Portale. Erst heute habe ich wieder davon gelesen.
Ich rede von der sogenannten Orthorexie, oder dem krankhaften Zwang, sich "gesund" zu ernähren. Gesund steht deshalb in Anführungszeichen, weil der Begriff je nach Ernährungsform anders ausgelegt werden kann. Ein Veganer beispielsweise würde wohl anderes Essen als gesund bezeichnen als jemand, der Low Carb praktiziert.

Ungeachtet der Ernährungsform höre ich nun aber schon die Aufschreie:

 " ABER ich esse doch so viel Gemüse/nur Naturbelassenes/ keinen Zucker/ Gutes Fleisch/ Kein Fastfood! Das TUT MIR GUT! Ich FÜHLE mich BESSER! Wie kann das schlecht sein? Das ist doch bestimmt nur ein doofes ARGUMENT der LEBENSMITTELINDUSTRIE , damit sich die Leute, die auf ihre Ernährung achten,schlecht fühlen!!"

Ja, nun, lieber Leser. IST dem so?

Versteh mich nicht falsch, ich möchte nicht Verunsichern, nur die Aufmerksamkeit schärfen, für ein "zu Viel", welches, auch im kulinarischen Bereich, auftreten  und schädlich sein kann. Die Übergänge sind fließend und Anzeichen für eine Sucht können beispielsweise sein, wenn:

  •   die Gedanken nur noch um das Essen kreisen oder einen großen Teil des Denkens beherrschen.
  •  Verabredungen abgesagt werden, aus Angst etwas "Ungesundes " zu essen.  
  • Ein schlechtes Gewissen nach "Ausrutschern" auftritt.
  • In der Ernährung ein Allheimittel gesehen wird
  • Es zu psychischen und körperlichen psychosomatischen Symptomen nach Genuss von "verbotenen" Speisen kommt.
  • Essen seinen Genusswert verliert, und "Pflicht" ist, ein weiterer Punkt auf der Tagesliste, den es abzuhaken gilt.

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber mir kommen einige Punkte nicht unbekannt vor, zwar nur Phasenweise, aber die Tendenz, es mit der "gesunden Ernährung zu übertreiben" ist  garnicht so weit entfernt, wie man denken mag. 

Was wissen wir denn eigentlich über "gesundes Essen"?
Mit Sicherheit wissen wir wohl, dass Fastfood und zu viel Zucker schädlich sind, aber sonst?
Hier streiten sich die Geister: Die Veganer verteufeln Fleisch, wir LCHFler Getreide, andere Milch oder Hülsenfrüchte.
Die Wahrheit ist: So hundertprozentig genau weiß niemand, was GENERELL das beste Essen ist. Die Forschung ist hier noch vergleichsweise jung und ist sich so garnicht einig. Fakt ist: Es gibt kein Patentrezept für Jederman.

WAS es aber gibt, ist DEIN PERSÖNLICHES Rezept, lieber Leser. Also Essen, das DIR gut tut. Und was das ist, bestimmt niemand anderer als DU SELBST.

Sei Aufmerksam, höre in dich hinein, was dir gut tun könnte und dann lauf hinaus  mit Spaß und Neugierde in die Welt und probiere aus!
Finde heraus welche Lebensmitteln DIR gut tun und bewirken, dass du dich fit und wach fühlst. 

Schau dir verschiedene Ernährungsformen an, aber erhebe sie nicht zum absoluten Dogma. Essen soll auch Genuss sein und darf Spaß machen.

Gerade diesen Punkt finde ich so wichtig.
 Da ist oft  so eine Angespanntheit in den Ernährungsgruppen und Foren. Manche Leute predigen ihre Art zu Essen, wirken aber unglücklich damit. Warum? frage ich mich da.
Wenn etwas nicht mehr für mich funktioniert, warum probiere ich dann nicht etwas anderes aus? Warum verharre im im Leiden einer Art  mir selbst auferlegten Ersatzreligion (so mutet es fast an bisweilen)?

Mich haben schon Leute angeschrieben, ob sie eines meiner Gericht auch mit irgendwas ergänzen dürften, oder ob es dann SCHÄDLICH würde. Was isn das für eine Denkweise? Hier steht nicht der Geschmack im Vordergrund, sondern eine (im übrigen auch natürliche) Zutat. Also ich finde dieses absolut verkopfte Denken schrecklich. 
Grad beim Essen.

 Sicher: Ich esse  zwar überwiegend konsequent LCHF, aber wenn ich mal tolle lila Möhren Saisonfrisch auf dem Markt sehe, kommen die halt auch mit und zu Hause in die Suppe. Das ist für mich völlig ok und bis jetzt ist noch kein Blitz vom Himmel hinabgefahren und hat mich erschlagen. (Anders sieht es natürlich bei bestimmten Krankheitsbildern, Allergien etcpp. aus, wo eine strikte Ernährung wichtig ist)

Was ich also zur allgemeinen Verunsicherung bezüglich "ist mein Verhalten noch normal??" sagen will?

Ich denke einfach, wenn man wirklich auf sich und seinen Körper hört, auf allen Ebenen für sich sorgt und sich wirklich "nährt", physisch und psychisch, braucht man keine Angst vor einer "Sucht" zu haben. Eine Sucht ist doch immer ein Substitut für etwas anderes, und, ganz ehrlich? Wenn es in deinen Job doof läuft, bekommst du das mit der perfekten Ernährung auch nicht geregelt.

Es ist natürlich wichtig, Ursachen zu erkennen und Probleme anzugehen, aber dort, wo ein Lebensbereich sich beherrschend über alles andere erhebt, wird es Zeit aufzusehen und noch einmal zu überlegen, wo vielleicht das eigentliche Problem liegt.

Darum lieber Leser: Iss gesund, aber mit Genuss! nim den Zwang raus und entdecke mit Neugierde die bunte und aromenreiche Welt der Lebensmittel, und dann sei ehrlich zu dir selbst und iss was DIR gut tut.

Schluss mit dem DRAMA, her mit der DORADE!

Punkt.

Samstag, 24. September 2016

Wo ist Wren? -Von Freizeit und Krankheit [Alltagschaos]

Ich habe meine Passion gefunden!

Also meine berufliche.
Ich habe natürlich eine große kulinarische Passion, wie hier wohl so mancher ahnt, sowie eine Passion zum Schreiben.

Jedoch, was ich nicht wusste, aber schon ahnte, ist die Passion zum Lehren.
Ich bin ja seid Anfang September im Lehramtpraktikum an einer Gesamtschule und habe wohl den Spaß meines Lebens. Unterschätzt habe ich allerdings den Arbeitsaufwand, denn entgegen der landläufigen Meinung haben Lehrer keineswegs morgens recht und Nachmittags frei. Mein Tag sieht grad eher so aus, dass ich bis circa 2 unterrichte und dann, kaum zu Hause angekommen, in eine Art komatösen Mittagsschlaf rutsche aus dem ich etwa 2 Stunden später erwache. Allerdings nur, um mich dann sogleich an meine Unterrichtsvorbereitung zu setzen, die so 4-5 Stunden dauert, wenn ich nicht fanciges plane, dann gehts nämlich länger.
Ich muss aber zugeben, ich habe das vorher auch nicht geglaubt dass der Alltag eines Lehrers doch so stressig ist und im Stillen eine liebe Freundin, die schon Referendarin ist, belächelt , als sie meinte, sie schafft es nicht mehr zu Kochen nach der Schule, ist meine Maxime doch: "Wer sowas sagt , redet sich raus".
Nun. 
Ich denke, die plötzliche Funkstille auf diesem meinem kleinen Blog spricht für sich:).
FREUND und ich haben die letzten Wochen aus dem REWE- Frische-Regal gelebt: fertige Salate mir Balsamicodressing, Suppen, Minisalamis und Gemüsesticks mit Cremefraiche-Dip oder Ähnlichem prägten unseren Alltag. Konform essen geht damit ganz gut, nur für den Blog hier ist das natürlich nichts, außer ihr habt Interesse an einer Fotostrecke des fertig-gekauften Essens:). Ansonsten gab es an den Wochenende bewährte Gerichte: Low carb-Flammkuchen, Cheeseburgersalad, Blumenkohlpüree und jahreszeitenbedingt Kürbissuppe.
Ich freue mich schon, wenn die Uni wieder anfängt und ich mal so richtig Herbstrezepte rumprobieren kann:)

Zurück zur Schule: Ich habe mir natürlich gleich in der zweiten Woche eine Erkältung eingefangen. Ein Kollege meinte: " Ja das ist typisch, wer an eine neue Schule kommt, kollidiert gleich ersteinmal mit dem schuleigenen Immunsystem und wird krank".
Ich kuriere den Spaß grad aus, und hoffe, dass ich nun nach dem Wochenende wieder auf den Beinen bin.
Denn ich will da wieder hin! Die haben an der Schule einen eigenen Raum  mit Fischen, Vogelspinnen, Geckos und Co.! Da schlägt natürlich mein Biologenherz höher!
Ich durfte mit den Schülern schon Terrarien für Gottesanbeterinnen einrichten, und habe mir freilich gleich ein Exemplar mitbestellen lassen. "Cookie" lebt jetzt in ihrem Terra im Wohnzimmer und frisst, ganz low carb, eine Grille nach der Nächsten. Natürlich habe ich auch für mich   für den Biounterricht fleischfressende Pflanzen als Anschauungsmaterial besorgt. Die Stunde war ein Knaller. Wie kann es auch anders sein bei Film gucken und lebenden Viechern?.

Das waren ersteinmal die News aus meinem Leben:)
Wenn ihr Fragen habt, fragt gerne und ansonsten geht es hier Mitte Oktober auch weiter mit Rezepten!

So long!

Eure Wren