Sonntag, 30. Oktober 2016

Cheeseburger-Pumpkin: Mit Iberico-Patties, Hokkaido, Cheddar und Kürbis-Ketchup


Jeder, der sich schon mal etwas mit Low Carb beschäftigt hat, kennt wohl den "Cheeseburger-salad": Der volle Geschmack von Cheeseburger, nur mit hochwertigen Zutaten und ohne Burgerbun und Fertigsaucen, stattdessen mit Salat und selbstgemachtem Ketchup.
Auch für FREUND und mich ist dieses Gericht ein wahrer Evergreen, den wir am Liebsten am Wochenende futtern. Denn am Wochenende steht man meistens später auf und ist eher faul (wir jedenfalls). Dieses Gericht ist sättigend und schnell zubereitet, und, solange auf hohe Qualität der Zutaten geachtet wird, garnicht ungesund.
Nun, im Herbst, darf es dann statt Salat als Beilage auch einmal Kürbis sein. Was zunächst ein Versuch war, ist ein wahrer Volltreffer: Der Kürbis ergänzt das Fleisch perfekt und passt auch vom Bauchgefühl besser zur kalten Jahreszeit als Kopfsalat. Die Patties aus hochwertigem Iberico gibt es zur Zeit bei uns im Rewe im Kühlregal und sind zwar kostenintensiver, aber dafür schmecken sie auch einfach besser.
Das Pfiffigste an diesem Gericht ist jedoch der Kürbisketchup, den du natürlich auch im Rezepteteil dieses Beitrags findest. Fazit?: den machen  wir jetzt öfter! Und wem der Hokkaido zu viele Kohlenhydrate hat, der nimmt einfach Butternut, geht ebenso gut.




Kürbis-Ketchup

 Zutaten (für 4 Personen):
1/2 Kürbis (Hokkaido )
1/2 Tube Tomatenmark
2 EL Balsamicoessig
Xylit

Gewürze:
Zimt
Muskatnuss
Ingwerpulver
Salz
 2 EL Rapsöl

1. Den Kürbis  in  Stücke schneiden, Kerne entfernen. Mit Rapsöl und Gewürzen vermengen und auf einem Backblech im Ofen bei 180° weich garen.
2.Kürbisstücke pürieren, mit Tomatenmark und Essig vermengen. Für die richtige Konsistenz mit Wasser strecken. Mit Gewürzen und Xylit abschmecken
Im Kühlschrank etwa 2 Wochen haltbar.


Cheeseburger- Pumpkin


Zutaten für 2 Personen:

1/2 Hokkaidokürbis
6 Burger-Patties
6 Scheiben Cheddar
Mayonaise
Gewürzgurken
Kürbisketchup

Gewürze:
Ingwer
Muskatnuss
 2 El Rapsöl
Salz

1. Hokkaidokürbis in Stücke schneiden, mit Rapsöl und Gewürzen vermischen Auf einem Backblech bei 180°  etwa 25 Minuten gar backen. 
2. Auf einem anderen Blech die Burgerpatties garen ( Im Ofen oder der Pfanne).
3. Kürbis auf Tellern anrichten, auf jedes warme Burgerpattie eine Scheibe Cheddar legen. 
4. Mit Kürbis-Ketchup, Mayonaise und kleingeschnittenen Gewürzgurken anrichten.


Mach es dir schön!
Deine Wren

Dienstag, 25. Oktober 2016

BUTTERNUTkürbis aus dem Ofen mit PULLED BEEF, Creme fraiche und Rauchsalz


Dieser Beitrag ist etwas Besonderes: Er ist der 300. Beitrag in diesen meinem kleinen Blog. Also verzeih, wenn ich ins Reden gerate oder etwas albern bin. Am Besten, du schnappst dir eine Kanne Tee und deine  liebste Kuscheldecke zum Lesen und Mitlachen, wenn du magst:). Es wird Anekdoten geben heute, hübsche Bilder um den Anlass zu zelebrieren und natürlich ein tolles Rezept. Ein Rundumwohlfühlpaket, für Magen, Seele und Gemüt.

Ich bin ganz berührt:
300 Beiträge, das sind quasi 10 Monate jeden Tag ein Beitrag.Ordentlich. Da ist es nur angemessen, dass das heutige Gericht etwas dekadenter ist, denn nicht jeden Tag gibt es 1o Stunden geschmortes Pulled Beef. Ich sage es gleich mal direkt vorne weg: Du brauchst für Selbiges einen Slowcooker. In diversen Internetforen ist zur Zeit quasi ein Slowcooker-Virus im Gange, und die elektrischen Töpfe vermehren sich in den Haushalten schneller als die Karnickel in Australien. Für den UNWAHRSCHEINLICHEN Fall, dass du dennoch nicht weißt wovon ich rede, klick mal HIER ,da findest du alles, was du wissen musst.


Das aber nur am Rande, denn heute geht es ja ersteinmal um den BUTTERNUT-Kürbis:

Ja. der sieht lustig aus. Ja, ich habe sehr gelacht. Und für alle militanten Hardcore-Veganer die das jetzt lesen, und deren akustisches System schon 10 Minuten vor dem Denkzentrum einsetzt: NEIN, das ist KEIN Tier. Das isn Kürbis. Die Augen sind nur angeklebt. Lasst PETA im Zwinger... . ACH!, da fällt mir eine gute Geschichte ein:
Ich war ja vor langer Zeit Hiwi im Zoologiekurs. Wir hatten gerade das Thema Quallen und da winkt mich während der Übung wo man so Präparate anschaut eine Studentin ran und fragt neugierig: "Wren, sach ma, sind Quallen eigentlich Tiere oder Pflanzen?" Diese Frage war eine pädagogische Herausforderung für mich, vor allen angesichts der Tatsache, dass direkt VOR der Übung die Vorlesung zum Thema stattgefunden hatte und ich mit einer mitte-zwanzig-Jährigen sprach. Nachdem ich abgecheckt hatte, ob sie das ernst meinte (ja), dachte ich an das Prinzip der nicht existenten dummen Fragen und fragte sie wiederum, wie sie denn darauf kommen würde, das Quallen Pflanzen seien.
"Na, die haben doch keine Augen".

Nun, das ist zumindest im konkreten Lebensumfeld eines deutschen Bürgers ein relativ sicheres Unterscheidungsmerkmal. 
 Und auch, wenn man auf Fleisch verzichten möchte liegt man mit dieser Verfahrensweise zumeist im grünen Bereich: Weil man ja gerade NICHT essen möchte, was einen so lieb anguckt und das tut es ja in der Regel nicht mit den Pobacken, sondern mit den arteigenen Glubschern. Und bei den schwierigen Fällen... Na wer isst schon Quallen? oder Regenwürmer? Oder Grottenolme?. 
Siehste? kein Problem!


Jedenfalls, der BUTTERNUT ist quasi DER Kürbis für den Ofen. Also hat Freund den guten Kürbis längs halbiert und ab ging es zum Garen. Das Beef schmorte ja nun schon 9 Stunden gemütlich und würde das auch noch weiter tun und so ging es für mich, du ahnst es, nach draußen. In den Park. Und da habe ich ersteinmal ein Rotkelchen angeklingelt.


Was? du kennst das nicht? Na dann stell dich einfach mal im Park in der Nähe von viel Unterholz und Büschen hin und klimper so mit 30 Sekunden Pause dazwischen kurz mit dem Schlüsselbund. Sollte da ein Rotkelchen leben, kommt es UNTER GARANTIE hervor (wenn nicht, machst du dich vor allen Spaziergängern zum Affen). Die Viecher sind nämlich NEUGIERIG wie die Sau, außerdem könnte das helle Klimper-Geräusch auch ein Konkurrent sein. Da fackeln die süßen Vögelein nämlich auch nicht lange: Alles was klein und rot ist, wird angegriffen. Wären Rotkehlchen Menschen, wären sie vermutlich Amerikaner.
Dieses Tierchen auf dem Bild kam jedenfalls direkt hervor.

Tolle Pilze gab es dann auch noch (kennt die wer?) und putzige, sich putzende Enten. 


Und nochmal ein anderes Rotkehlchen im Gegenlicht. Rotkehlchen haben übrigens einen wunderbar angenehmen Gesang, der wie ein extrem melodisches Wispern klingt. Und während man bei ner Amsel fast taub wird, wenn die loslegt und man direkt daneben steht, ist die Lautstärke beim kleinen Rotkehlchen wirklich auszuhalten.



Zurück in der heimischen Küche war der Kürbis gar und das Fleisch erst recht.
Also den Kürbis raus, Fleisch auseinandergezupft (pulled!) und mit einer selbstgemachten BBQ-Sauce vermischt.




Creme fraiche gibt noch Frische dazu und das Rauchsalz rundet alles ab.
Ob es geschmeckt hat? Ohja!



Butternutkürbis mit PULLED BEEF, Creme Fraiche und Rauchsalz


Zutaten (2 Personen)

1kg Rinderbraten
1 Butternutkürbis
Gemüsebrühe
2 Lorbeerblätter 

200ml selbstgemachte BBQ-Sauce
Creme fraiche
Rauchsalz

1. Den Rinderbraten mit 200ml Gemüsebrühe und den Lorbeerblättern im Slowcooker angießen und 2 Stunden auf "High" und danach 8 Stunden auf "Low" schmoren.

2. Eine Stunde vor Ende der Schmorzeit des Bratens  den Kürbis längs halbieren, Kerne entfernen und 45 Minuten bei 180 °auf mittlerer Schiene im Ofen garen.

3. Das Bratenfleisch aus dem Slowcooker nehmen, mit zwei Gabeln auseinanderzupfen, BBQsauce unterrühren.
4. Alles hübsch anrichten, mit Creme fraiche und Rauchsalz garnieren.



Mach es dir schön!
Deine Wren

Wenn der HUNGER plötzlich BRÜLLT: Blitzschnelle Thunfischbouletten mit Mayo und Aivar und Möhrensalat mit Himbeeressig


Kennst du das auch? Du bist vertieft in ein spannendes Buch oder eine interessante Arbeit. Irgendwann schaust du dann eher zufällig auf und:BÄMMM, dein Hunger steht fauchend vor deiner inneren Balkontür wie ein wütender Waschbär auf LSD.

Du ahnst: Der bleibt nicht lange VOR der Tür.
Du weißt: Du musst was Essen, bald, SEHR bald

Aber nur weil man hungrig ist, wie nen Irrer Fastfood oder Süßes einfahren?

Neee. Nene! Ich bin vorbereitet! Ich empfehle jedem, als Vorsorge stets Folgendes im Schrank zu haben:


  • 2 Dosen Thunfisch im eigenen Saft
  • 3 Dosen passierte Tomaten
  • 2-5 verschiedene Öle (Zitronenöl, Walnuss etc)
  • Mindestens 2 Fruchtessige (z.b. Himbeere)
  • Mindestens 2 verschiedene Soßen (Ajvar z.b.)
  • Antipasti wie Oliven oder Feta in Würfeln.
  • Einen gut sortierten Gewürzschrank.
So ausgerüstet lässt sich schon eine Menge machen, da man eigentlich immer noch irgendwelche Reste im Gemüsefach oder Kühlschrank hat. 

Wichtig ist in solchen Fällen, dass die Zubereitung der Mahlzeit möglichst unter 15 Minuten dauert, denn ansonsten reißt bei mir im Hungermodus schnell der Geduldsfaden

Als ich, schon schwach vor Hunger, in die Küche raste, mussten zunächst 3 Möhrchen dran glauben: Sie wurden geschält, spiralisiert und auf dem Teller mit Himbeeressig und Öl beträufelt:


Währenddessen riss ich , schon fast im Wahn, eine Thunfischdose auf und presste, passiv-aggressiv, den Fleischsaft heraus. Für Tunafrikadellen ist es superwichtig, dass der Thunfisch möglichst trocken ist beim Verarbeiten, sonst wirds matschig und eher  Flade statt Boulette.
Dann fein Flohsamenschalen , Ei, Salz  und Pfeffer rein. Ruhig kräftig mit Salz würzen! Und wer mehr Geduld hat als ich heute, kann da noch Zwiebeln, Knofi und frische Gewürze mit reinballern. Zu viel Geschnippel jedoch für mich in meinem ausgehungertem Zustand! Ab mit den Ballas in die Pfanne, schön 4 Minuten von jeder Seite in Butter anknuspern, auf den Teller und Mayo und Ajvar druff, fertig!




Es kann SO einfach und SO schön sein!
Das Ganze hat knappe 15 Minuten gedauert und ist sehr, sehr lecker! Hast du auch ein Lieblings-Blitzgericht? Immer her damit!






Thunfischbouletten mit Mayo und Aivar und Möhrensalat mit Himbeeressig


Zutaten (für eine Person):
3 Möhren
Himbeeressig
Olivenöl
1 Dose Thunfisch
2 El Flohsamenschalen
1 Ei
Butter
Salz
Pfeffer 

1. Möhren schälen und durch den Spiralschneider drehen. Auf einem Teller anrichten und mit Himbeeressig und Olivenöl beträufeln.
2. Thunfischdose öffnen, Saft herauspressen und den Thunfisch mit Ei, Flohsamenschalen vermischen, kräftig Pfeffern und Salzen.
3. 2 Bouletten formen und in Butter 4 Minuten von jeder Seite scharf anbraten.
4.  Bouletten Auf die Möhren legen, mit Mayo und Aivar ganieren.

Guten Hunger!



Mach es dir schön!

Deine Wren

Sonntag, 23. Oktober 2016

Herbst is(s)t Kürbis: SWEET DUMPLING aus dem Ofen mit Creme fraiche und Hähnchenoberschenkeln mit CHEESE POP-Kruste und Bacon


Meine Güte. Meine Titel werden irgendwie auch immer länger. Aber was soll ich tun wenn es viele Zutaten gibt? Der Leser möchte ja informiert werden, schon zu Beginn und da ist eine Überschrift schon mitunter etwas umfangreicher.
Sei's drum (Hauptsache das Essen fetzt):



Der kleine Süße.

Heute gibt es in der Serie: "Herbst is(s)t Kürbis" den Sweet Dumpling: Einen recht kleinen Kürbis mit wunderschöner Schale, die man, ähnlich wie beim Hokkaido, mitessen kann. Man muss ihn also nicht  schälen. Dieser Kürbis ist laut Literatur ein guter Ofenkürbis und toll für Desserts. Ich persönlich finde, er macht mehr äußerlich her, als dass er schmeckt. Er schmeckt zwar süßlich, aber wenig aromatisch und so würde ich den Hokkaido wohl vorziehen. Dennoch war es gut, den kleinen Süßen mal probiert zu haben.In unserem Fall als Stückchen gebacken im Ofen.
FREUND hat netterweise den Kürbis zerlegt und ich brauchte ihn (den Kürbis, ihr kleinen Schweinchen ;)) dann nur noch einölen, etwas mit Salz einreiben und auf dem Backblech ausbreiten:




Am Wochenende haben wir aber auch ordentlich Zeit und dementsprechend gibt es meistens Samstags und Sonntags zum Essen noch ein gutes Stück Fleisch. Denn Fleisch braucht meistens länger zum Garen und für die Vorbereitung. Die Hähnchenoberschenkel mit Haut stammen aus der Region und wer mich etwas kennt, der weiß, dass ich die Schenkel der Brust (beim Hühnchen, ihr Schlingel) immer vorziehe. Das Fleisch ist einfach zarter. Punkt. Die Hühnchen wurden fein mit Bacon eingewickelt und weil wir so verfressen sind, gab es für jeden drei Schenkel:


Der Geistesblitz für die Panade kam quasi gerade noch rechtzeitig nach dem Einkaufen der Zutaten. Ich hatte nämlich im Laden diese tollen CHEESE POPS
gesehen und aufgrund eines akuten Hüngerchens und der Tatsache, dass diese gepufften Käseteilchen im Netz vor einiger Zeit hart gehyped wurden, mitgenommen. Auf dem Rückweg mampften FREUND und ich munter los, und nachdem schon die Hälfte dieser wohlschmeckenden Dingerchen verspachtelt war, meinte FREUND so nebenbei : " Wäre bestfimmft auch ne gute Panade*mampf*"

ZACK!, da war der Deckel der Dose zu!

Leider hat der Inhalt dann nur für das Panieren von 3 Teilchen gereicht. Das nächste Mal sind wir schlauer, denn funktioniert hat es einwandfrei! Die Hühnerschenkel waren ein Träumchen!




Die gesammelten Werke kamen dann fein in den Ofen und wurden anschließen mit Creme Fraiche und Zwiebelchutney serviert. 
Wir werden dieses Gericht bestimmt wieder kochen, es war wahnsinnig lecker!






Kürbisspalten aus dem Ofen mit Creme fraiche und Hähnchenoberschenkeln mit Cheesepop-Kruste


Zutaten (für 2 Personen):
6 Hähnchenoberschenkel mit Haut
2 Packungen TULIP-Bacon
1 Dose CHEESE POP
2 Eier
1 Sweet Dumpling-Kürbis
1 Packung Creme Fraiche
Zwiebelchutney
Rapsöl
Salz
Pfeffer

1. Den Sweet Dumpling entkernen und in Stücke schneiden, die Hähnchenschenkel Waschen und trockentupfen.
2. Den Backofen auf 185° Umluft vorheizen.
3. Die Kürbisstücke mit etwas Rapsöl und Salz gut vermengen.
4. Die Hühnerschenkel mit Baconstreifen umwickeln (je zwei bis drei).
5. Panierstraße:In Einem Teller zwei Eier verquirlen. Cheesepop in einer Küchenmaschine fein zerhacken, mit etwas Salz und Pfeffer vermengen und in einen zweiten Teller geben.
6. Hühnerschenkel zuerst durch das verquirlte Ei ziehen dann in der Cheesepop-Panade wenden.
7. Panierte Schenkel sowie Kürbisstücke auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und etwa 40 Minuten bei 185° garen.
8.Anrichten, mit Creme Fraiche und Chutney garnieren. Genießen!


Mach es dir schön!

Deine Wren

Freitag, 21. Oktober 2016

Herbst is(s)t Kürbis: MUSKATKÜRBIS-Kürbissuppe mit Koriander-Zitronen-Creme [LCHF/Low Carb]


Kürbisse sind ja zum Glück, was die Verderblichkeit angeht, ausdauernde Gesellen. Und so hat auch der gekaufte Muskatkürbis die zwei Wochen ungeplanter Indisponiertheit von meiner Seite schadlos überstanden.
Lange habe ich überlegt, was ich mit diesem Exemplar machen soll. Das Fazit war ernüchternd: Der perfekte Kürbis für Suppen und Pürees, hieß es überall. Nun finde ich Kürbissuppe, sagen wir: Lecker aber schlicht, irgendwie langweilig halt. Da musste dann noch was Frisches her. Also schnell eine Creme auf Creme-Fraiche- Basis ersonnen, mit Zitrone und Koriander, was dem süß-cremigen Kürbis noch etwas Besonderes hinzufügt. Koriander ist im Übrigen ein ideales Gewürz für alle süßlichen Hauptspeisen. Da kann man echt nichts falsch machen. Und da  die meisten Menschen Koriander eher selten verwenden, sorgt dessen herb-frisches Aroma beim Essen für wohliges Aufmerken. Und Essen darf ja ruhig auch mal ein bisl überaschend sein oder?

Ein eher blasses Schwergewicht mit dünner Schale

Ist der Muskatkürbis. Ein Exemplar kann mal locker 30 kg auf die Waage bringen und so findet man im Laden oft Abschnitte zu kaufen, oder , wie inmeinem Fall, ein kleineres Exemplar. Muskatkürbis lässt sich wesentlich besser schneiden als Hokkaido, und folgt man beim Schnitt den Rillen, lassen sich die Stücke später auch wunderbar mit einem Sparschäler von ihrer Schale befreien. Das Fruchtfleisch des Muskatkürbis leuchtet, im Gegensatz zur Schale in einem knalligen Orange. Seinen Namen hat der Kürbis im Übrigen , weil das Fruchtfleisch eine leichte Muskatnote hat. Ansonsten ist dieses sehr süß und ich kann mir diesen Kürbis auch problemlos für Chutneys, Marmeladen oder Mus vorstellen.

Naja, jedenfalls habe ich das Innenleben kleingehackt und bin, während der Inhalt vor sich hinköchelte, noch schnell nach draußen  gehuscht, denn, du erinnerst dich lieber Leser: Lange stehen geht mir grad auf den Rücken.


Nur wenige Minuten sind es bis zum Park und  dem Ententeich. Die Luft ist wunderbar kühl (das liebe ich ja am Herbst), und die Enten (ich liebe Enten. In allen Zuständen) kommen auch gleich herbeigeeilt, in der Hoffnung auf ein paar Leckereien. Den Gefallen konnte ich ihnen nicht tun, denn wo kein Brot gegessen wird, da wird auch keins alt um später das Teichgeflügel zu erfreuen. Das ist ja dann eigentlich auch ein ewiger Kreislauf, nich? Zuerst stopfen die Menschen den Enten das Brot in den Schnabel, und später, wenn das Tierchen in den Ofen soll, mit Pflaumen und Zwiebeln in den Po.
So hat alles seinen Platz.
Und alle sind glücklich.
Zu verschiedenen Zeitpunkten zwar, aber glücklich.

Zurück am Herd war der Kürbis auch bereit, püriert zu werden. Auch die Creme war schnell angerichtet, und so konnte das Ergebnis sich auch sehen lassen, wie ich finde:



Geschmacklich hatte ich ja ein wenig Schiss, dass neben dem süß-aromatischen Hokkaido die meisten anderen Kürbissorten gewaltig abstinken. DAS war ein Trugschluss: Der Muskatkürbis kann, was Süße und Aroma angeht, locker mit dem kleineren Verwandten mithalten, ich finde ihn sogar noch leckerer!. Und er hat im Gegensatz zum Hokkaido mit knapp 5g/100g, sehr wenig Kohlenhydrate.
Die Creme dazu war ein Volltreffer und peppt das Gericht wirklich auf.
Ein Gaumenschmaus!






Kürbissuppe mit Koriander-Zitronen-Creme 


2kg Muskatkürbis
500 ml Wasser
Salz/Muskatnuss
  Creme:
200g Creme fraiche
1 Handvoll frischer Korianderblätter
1tl frische Zitronenschale (oder Messerspitze getrocknete)
Salz

1.Kürbis entlang der Rillen zerteilen, Kerne rausschaben.
2. Mit einem Sparschäler die Schale entfernen.
3. Fruchtfleisch grob Würfeln und in einem Topf mit dem Wasser aufkochen. Dann bei mittlerer Hitze etwa 30 min kochen lassen
4. Koriander hacken. Mit Creme fraiche und Zitronenschale verrühren. Mit Salz abschmecken. Kalt stellen.
5. Suppe pürieren, mit Muskatnuss und Salz abschmecken.
6. Suppe anrichten und mit je einem Teelöffel Creme garnieren.



Mach es dir schön!

Deine Wren

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Mysterium Minihaxe, geheimnisvoll umwölkt vom Apfelmus


Wenn man krank ist, soll man gut speisen. So heißt es und so habe ich es gelernt.
 Als jemand, der -unter mittlerweile, zum Glück, nur noch mäßigen Schmerzen-  momentan einen nicht unbeträchtlichen Teil des Tages mehr oder minder in der Horizontalen verbringt, kann ich wohl mit Fug und Recht von mir behaupten, das Kriterium "krank" zu erfüllen. Den Rest des Tages verbringe ich im Übrigen mit Spazieren, denn sitzen und stehen mag mein Rücken garnicht. Spazieren hingegen, das ist gut. Und Liegen, dann aber bitte nur in Rückenlage. Alles andere wird mit elektroschockartigen Schmerzen quittiert. Ich habe also die Wahl zwischen weitestgehend schmerzfrei, dafür verspannt, oder verspannt auf dem persönlichen elektrischen Stuhl.
Da spaziere ich doch lieber.
Und wenn ich schon sitze, esse ich nach Möglichkeit gleich etwas.
Und da langes Sitzen nicht möglich ist, sollte das Essen nicht zu lange dauern.

Nicht, dass das ein Problem wäre. 
 Von Kindesbeinen an habe ich gelernt: Wer schneller isst, kann mehr (von dem besten Zeug) nachnehmen. Schon bald meisterte ich diese Disziplin und war von der Essgeschwindigkeit gleichauf mit meinem Stiefvater, was zu regelmäßigen Schlachten um das letzte Cevapcici oder die letzte Bulette führte.
Heute genieße ich mein Essen zwar sehr gerne (außerdem isst FREUND sehr viel  langsamer als ich, kein Futterneid also), aber ich kann nicht leugnen, dass die Fähigkeit, Essen schnell (aber appetitlich!) zu "Inhalieren" ein Vorteil sein kann wenn alternativ fiese Schmerzen des Todes drohen (du merkst schon, ich neige etwas zur Dramatik).

Das aber nur am Rande, denn ich schweife ab.
Eigentlich geht es heute um die Haxe.


Denn nachdem ich mich die letzten Tage überwiegend von Gemüse und Käse ernährt habe, stand mir heute der Sinn nach was Deftigem.

Also spazierte ich los, zum Metzger meines Vetrauens. Dieser hat nämlich neben rohem Fleisch immer auch schon warm Gebratenes, natürlich frisch.
Da gibt es immer allerlei: Leberkäse, Hühnerschenkel, Buletten, Bauchspeck. Und eben auch Haxe. Und passend dazu, für Leute mit eher kleinerem Hunger: die Minihaxe.

So eine kam dann auch mit, denn in meinem Kopf passte sie überaus gut zu meinem selbstgemachten Apfelmus und dem ebenfalls selbstgemachten Rotkraut. Eine Miniportion Herbst und Zufriedenheit also. Kurz: Perfekt.

Als dann schließlich der Teller vor mir stand und ich mit nicht unerheblicher Zufriedenheit in das saftige Fleisch biss, überfiel mich plötzlich ein Gedanke:

Woher kommen die eigentlich, die Minihaxen? 

Dabei muss ich betonen, dass mich die tatsächliche Herkunft weniger interessiert als der Gedankengang drumherum.Und der war sehr zufriedenstellend:

Wäre das nicht niedlich:

 So ein Schwein hat ja fix 200 kg, aber vielleicht gibt es ja eine Mini-Fleisch-Rasse. So Minischweine mit 20 kg, welche auf klitzekleinen Höfen in klitzkleinen Ställen (Wo sie dennoch genug Platz hätten natürlich) auf ihren winzigen Beinen umhertippeln und natürlich auch Hochfrequent grunzen. In der näheren Umgebung wohnten nur Rentner -denn das Gehör nimmt ja für die hohen Töne mit zunehmenden Alter ab-, die das Grunzen nicht stört. Und jeden Tag geht der Bauer mit seinen Minischweinen im Wald spazieren. Dort fressen sie Eicheln und Pilze und sind glücklich und zufrieden. Im vierten oder fünften Herbst schließlich folgen sie ihrer Bestimmung, denn Nutztier bleibt Nutztier, und die Haxe landet auf meinem Teller.

Die Realität sieht vermutlich so aus, dass Ferkel ǵeschlachtet werden, aber auch damit bin ich ok, solange es nicht der krasse Massntierhaltungsbetrieb ist. Denn wer Fleisch isst, darf sich keine Illusionen machen dass da halt ein Tier für stirbt, so oder so.

Ich  jedenfalls habe damit kein Problem: andere Tiere essen auch andere Tiere und da gibt es, mit verlaub, keine Richtlinien zur schonenenden Tötung (jeder Katzenbesitzer weiß was ichmeine;)) wie in unseren Betrieben. Ich habe mir das mal angeschaut und esse seit dem noch beruhigter mein Steak.  Im Herbst wenn es geht mit selbstgemachtem Apfelmus.

(Apfelmus: 2 kg saure Äpfel, Zimtstange, 3 Nelken,  3 Tl Zitronensaft, Xucker nach Wahl, Wasser, saubere Schraubgläser mit Deckel)
(Äpfel vierteln und schälen, mit Zitronensaft und etwas Wasser in einem Topf geben, aufkochen und die übrigen Zutaten dazugeben. Etwa 40 Minuten bei mittlerer Hitze Kochen lassen. Gläser und Deckel 10 Minuten in kochendem Wasser sterilisieren, Zimtstangen aus dem Mus entfernen. Masse in die Gläser füllen, Deckel aufschrauben und das Glas 15 Minuten auf den Kopf stellen. Danach umdrehen und auskühlen lassen)


 
 Mach es dir schön!
Deine Wren




Sonntag, 16. Oktober 2016

Raclette- Ein Hoch auf die Vielfalt!


 Herbstzeit ist für mich Raclettezeit, denn nun ist es draußen kühl genug, um drinnen den Tischofen für die süß und herzhaft überbackenen Pfännchen anzuwerfen. Und so wurde auch Gestern, am Samstag , das neue Racletteset in einem lustigen Kreis von 7 Leuten eingeweiht.

Ich liebe diese Art des Essens: Der Tisch ist vollgestellt mit allerlei Köstlichkeiten aus denen jeder ganz nach seinen Vorlieben wählen und sein kleines Pfännchen bestücken kann. Als echter Raclette-Profi, denn bei uns zu Hause ist dieses eine Weihnachtstradition, gibt es bei uns neben Gemüse und Fleisch auch mehrere Käsesorten zum überbacken sowie verschiedene selbstgemachte Soßen und Dips.

Platz sparen und trotzdem viele Zutaten

Um nicht zu viele Schälchen zu verwenden, denn diese nehmen Platz weg und müssen einzeln abgespült werden, habe ich  mich gestern dafür entschieden, das Muffinblech zweckzuentfremden:


Die Idee war gut, aber in der Praxis mussten die kleinen Förmchen zu oft nachgefüllt werden. Zudem konnte nur das ganze Blech rumgereicht werden, was halt weniger praktisch war, als wenn alles in einzelne Schälchen gefüllt worden wäre. Aber nett sah es ja immerhin aus, und das Auge isst bekanntlich mit. Ignoriert bitte die dreiste Fliege zwischen Mais und Ananas. Das kleine Biest nervte uns den halben Abend und hat sich hier kackfrech ins Bild geschlichen. Die war kein Bestandteil des Essens, echt nicht.

Das Wichtigste ist eine gute Grundlage

Das gilt nicht nur beim Trinken, sondern auch beim Raclette. Traditionell gibt es dafür Kartoffeln welche zuunterst in das Pfännchen platziert werden. Da wir ja aber überwiegend Low Carb essen und es grad so viel tolles Herbstgemüse gibt, habe ich da in der Vorbereitung neben regionalen  Kartoffeln vom Bauern ein wenig aufgestockt.


Ich habe mir Pastinaken und Hokkaidokürbis geschnappt, und klein gemacht, für weniger Kohlenhydrate und mehr Geschmack. Ich finde ja, dass die Pastinaken an sich schon so toll riechen  wenn sie geschält werden.
Die gesammelten Gemüse habe ich dann in einerSchüssel mit Salz und etwas Rapsöl vermengt und auf einem Blech verteilt.


Selbiges kommt dann bei 180°C Umluft in den Backofen, bis  der Kürbis weich ist und die Pastinaken leicht gebräunt sind. Das dauert etwa 20-30 Minuten.
Beide Gemüsesorten sind sehr aromatisch, machen sich super überbacken und sind somit ein toller Zusatz für das Raclette.

Süßkartoffeln hatte ich auch noch vorbereitet, leider jedoch etwas zu lange kochen lassen und so wurde daraus mit etwas Sahne und Ingwer kuzerhand ein Süßkartoffelmus:


Für die optische Aufwertung sorgen hier Rosenblüten und Kornblumenblüten. Gut zur Geltung kommt das Mus in der Schüssel von zak!designs, welche ich auf einem Bloggertreffen geschenkt bekam und die nun eine geschmackvolle Verwendung findet, und das noch in fast derselben Farbe wie der Inhalt:).

Kreative Saucen

Braucht es unbedingt bei so einem Essen und was wäre ich für ein Foodblogger, wenn ich nur Fertigsaucen auf den Tisch stellen würde wo es doch so viele tolle Möglichkeiten gibt? 

Passend zum Herbstthema habe ich mich also für ein fruchtiges Apfel-Zwiebel-Chutney entschieden: 


Dazu braucht es einen Teil Äpfel und drei Teile Zwiebeln, die Schale und den Saft von zwei Zitronen, 100ml Balsamicoessig, 3 Teelöffel Wildpreiselbeeren und etwas Geduld. Ich verwende gerne rote Zwiebeln, da diese oft mild und zugleich geschmackvoll sind.
Und ich nehme,gerade für  winterliche Chutneys, noch gerne eine besondere Zutat:


Zimtblüten.
Ein guter Freund hat mir diese mal zu Weihnachten geschenkt und seitdem gehört dieses Gewürz zu meinen Lieblingen. Die Blüten des Zimtbaumes verleihen den Gerichten eine ganz feine Zimtnote, die weit weniger dominat ist, als wenn Zimtstangen verwendet werden. Ich lasse sie einfach im  Chutney mitkochen.

Fertig sieht das Chutney dann so aus:


 Mit der fruchtigen Zwiebelnote absolut göttlich zu gebratenem Fleisch.
Solches landete bei uns natürlich auch auf dem Raclette-Stein-Grill: Brasilianisches Rindersteak. Besser geht es fast nicht:


Meine Lieblings-Raclette-Pfännchen-Kombis sind im übrigen:

1. Steak-Gorgonzola-Zwiebelchutney-Tellicherrypfeffer
2. Steak- Cheddar- Frischkäse
3. Brokkoli-Bacon- Ziegenkäse
4. Ente- Pfirsich-Parmesan
5. Hokkaido-Feige-Ziegenkäse

Und du? Hast du Lieblingskombis?
Poste sie gerne in den Kommentaren!

Mach es dir schön!

Wren