Sonntag, 10. Dezember 2017

9. Adventskalendertürchen: Mac'n Cheese-Burger mit Entrecote-Lardo Pattie und selbstgemachter Bacon-Honig-BBQ Sauce

Dieser Löffel hat 484kcal, aber schmeckt total gut:D

Nachdem die Aufgabe gestern darin bestand, ein Gericht möglichst "leicht" zu kochen, kam heute der kalorientechnische Knaller in Aufgabenform:


Oha, volles Kontrastprogramm also. Tatsächlich hatte ich, als ich mit dem Kochen begann, noch keine rechte Ahnung, wo die Reise hingehen würde, sowohl kulinarisch als auch kalorientechnisch. Etwas Süßes wollte ich auf gar keinen Fall zubereiten.

Schließlich beschloss ich, einen Burger zu kochen, denn in keinem anderen Gericht lassen sich kcal gut und lecker (denn schmecken soll es ja schließlich auch) verstecken. Das Ergebnis ist gewaltig und so ein Löffel könnte auch als Bersteigernahrung durchgehen, so viele Kalorien hat der. Würde man einen normalgroßen Burger essen, wäre man mit 2000 Kalorien dabei, ohne Beilagen versteht sich.

Möglich wird dieses kulinarische Monstrum durch die Verwendung von Sahne, Cremecheese, Bacon, guter Butter, und einem Klassiker der amerikanischen Küche als Bun: Mc'n Cheese. Natürlich frittiert. Als Gemüse kommt Avocado zum Einsatz, welche als fettreichstes Gemüse nochmal gut Kalorien oben drauf knallt.

Schmecken tut die Kreation großartig, soll sie auch, denn immerhin heißt es "The Taste" und da ist der Geschmack am Wichtigsten.

Wer diesen Burger nachbauen will, hier ist das Rezept, auf eigene Gefahr:



Mac'n Cheese Burger
circa 2000kcal p.P
Zutaten (für 3 Burger):

 Patties:
20g Lardo
250g Entrecote 
50g Butter

Mac'n Cheese:
 150g Parmesan, gerieben
150g Bergkäse, gerieben
100g Cheddar, gerieben
200g Nudeln (ungekocht)
200ml Schlagsahne
50g Butter
 
 
Mehl
Milch nach Bedarf 

Muskatnuss, Salz, Pfeffer
 
Belag:
100g Mayo 
 1/2 Avocado
 50g Frischkäse, Doppelrahmstufe 


BBQ-Sauce:
125g Bacon
100g Salsadip
200g Ketchup
50g Bienenhonig
150ml Portwein

Liquid Smoke

Panierstraße (1 Teller mit einem verquirltem Ei, ein Teller mit Mehl, einer mit Semmelbröseln)
Sonnenblumenöl

Zubereitung:
  1. Mc'n Cheese-Sauce: Aus Butter und Mehl  eine Mehlschwitze zubereiten, mit Sahne und Milch ablöschen, bis sich eine cremige, nicht zu dickflüssige Konsistenz ergibt, Käse unterrühren, bis er geschmolzen ist. Sauce beiseite Stellen.
  2. Nudeln kochen. Unter die  Sauce heben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Masse in eine Auflaufform füllen (so dass später 6 Scheiben ausgestochen werden können) und im Kühlschrank fest werden lassen.
  3. Entrecote fein hacken, mit Lardo vermischen und für die Burger passende Patties formen. In den Gefrierschrank stellen.
  4. Für die BBQ-Sauce Bacon hacken und in einer Pfanne knusprig braten, mit Honig karamellisieren.
  5. Bacon mit Portwein ablöschen, Ketchup, Salsa und 3 Tropfen Liquid Smoke dazugeben, einköcheln lassen.
  6. Aus der Mac'n Cheese Masse 6 Buns austechen und durch die Panierstraße ziehen (jedes Bun einmal im Mehl wälzen, dann im Ei, wieder Mehl, Ei, Paniermehl.
  7. Sonnenblumenöl in einem Topf dreifingerbreit einfüllen, erhitzen und die Buns darin je 3 Minuten goldgelb ausbacken. Auf Küchenpapier auskühlen lassen (vorsicht mit dem heißen Öl!).
  8. Jeweils ein Bun (insgesamt 3) mit Frischkäse bestreichen. Avocado in Scheiben schneiden und auf den 3 Buns verteilen. Mayo auf den Buns verteilen.
  9. Fleischpatties in Butter von jeder Seite 2 Minuten  scharf anbraten. Auf das Bun mit der Mayo geben.
  10. 3 El von der BBQ-Sauce auf jedes Pattie geben. Mit zweitem Mac'n Cheesebun toppen.
  11. Die restliche BBQ-Sauce als Dip servieren


Wer sich den Burger tatsächlich nachbaut: Ich hätte gerne ein Bild vom Essen.

Eure Wren

Samstag, 9. Dezember 2017

8. Adventskalendertürchen: Currywurst mit Pommes, halbe Kalorien, voller Geschmack! [Mit Gewinnspiel]


Werbung*// Da liegt sie, die Currywurst mit Pommes. Lecker aber keinesfalls unschuldig, denn eine Standard-Imbiss-Portion schlägt mit 825kcal zu Buche. Nicht gerade kalorienfreundlich, besonders, wenn man all die Kekse und den Glühwein bedenkt, die man schon gegessen und den man getrunken hat. Zum Glück kam die Rettung in Form des 8. Türchens des The-Taste- Trainings-Adventskalenders meiner Leser:


Man beachte die durchgestylte Vorderseite. Wren wie sie leibt und lebt:D

Wer sich jetzt fragt, was "flütastisch" bedeutet, dem sei gesagt, dass sich das "Flü" auf meine Abnehm-Whatsappgruppe (Fettlogik überwinden)  bezieht. Ein herzlicher Haufen von verrückten Menschlein mit der Absicht, nicht länger als lebende Mozartkugeln durch die Welt zu kullern (überspitzt gesagt). Ich habe seit Mai nun fast 22kg verloren und bin nahe an meinem Abnehmziel, was zu einem nicht unbeträchtlichem Teil dieser Gruppe zu verdanken ist (Fette KNUTSCHAS in die Runde).

 Flütastisch also deshalb, weil eine Currywurst mit 415 statt 825 kcal (ja, das hab ich geschafft, natürlich pro Tellerportion, nicht pro Löffel) der Traum eines jeden figurbewussten Gewichtsreduzieres ist.

Doch ich stelle nicht nur den Anspruch an die Kalorien, es soll schmecken und eine hohe Qualität haben, denn nur so bleibt man auch satt und fängt nicht ne Stunde später schon wieder das Grasen an.

Das Herzstück einer jeden guten Currywurst ist bekanntlich die Soße. Jetzt kann man ja selber rummachen mit Tomatenmark, Curry und so, oder aber sich mit einem ECHT guten Ausgangsprodukt behelfen.
WENN ich Ketchup kaufe, was selten vorkommt, ist es dieser hier:


Der Ketchup Zum Heiligen Stein ist  quasi ein Konzentrat des göttlichen Geschmacks, ohne Shit, sondern nur mit Zutaten, die ich auch reinpacken würde. Das Restaurant ist zudem bei uns um die Ecke, und wie ihr wisst, liebe ich regionale Produkte.

 Diesen Ketchup liebe ich sogar SO sehr, dass ich heute ein Glas im hübschen Geschenkbeutel an euch verlosen möchte (keine Kooperation, sondern selber bezahlt). Sag mir einfach in den Kommentaren: Was würdest du mit dem Ketchup zubereiten?
Doppeltes Losglück gibt es, wenn du auch den entsprechenden Beitrag auf Instagram kommentierst und meinem Account dort folgst! Viel Glück!
( Das Gewinnspiel läuft bis zum 20.12 um 23.59 Uhr. Das Los entscheidet. Keine Barauszahlung des Gewinns)

Den Ketchup habe ich noch etwas aufgepeppt: Mit angebratenen Zwiebeln, abgelöscht mit Portwein und frischem Mandarinensaft (is ja Weihnachtszeit). Glaub mir, eine bessere Soße wirst du nicht finden!

Weitere Kalorien habe ich durch die Wahl von Pastinaken und Petersilienwurzel als Pommesbasis eingespart. Diese wurden auch nicht frittiert, sondern im Ofen mit etwas Lardocreme und Salz gebacken. Auch Kalb-, statt Schweinebratwürste schaffen etwas weg bei den Kalorien.

Hier das Rezept für dich:





 Currywurst mit Pommes: "Die Leichte"

Zutaten (für 2 Personen):

200g Pastinaken (geschält und in Stifte geschnitten)
200g Petersilienwurzel (geschält und in Stifte geschnitten)
10g Lardo (oder anderer Speck)

100g Kalbsbratwurst

40ml portwein
100ml frischer Mandarinensaft
85g Zwiebeln, gewürfelt.

Salz, Currypulver

Zubereitung:
  1. Lardo in einer Pfanne zerlassen, in einer Schüssel mit Pastinaken, Petersilienwurzel und etwas Salz gut vermengen. Auf einem Blech bei 200°C Umluft etwa 25 Minuten gar backen. Nach etwa 15 Minuten die Würstchen dazugeben (auf den Bräunungsgrad achten.
  2. In der Pfanne mit den Lardospeckresten Zwiebeln anbraten, mit Wein und Mandarinensaft ablöschen, Ketchup dazugeben, auf geringer Hitze reduzieren.
  3. Pommes mit Salz würzen, anrichten. Bratwürste in Scheiben schneiden, anrichten. Soße über die Würstchen geben, mit Soße und Curry toppen.


*Tüdelüüü*

Wren

(* Erwähnung von Firmen und Verlinkung. Aber alles selber bezahlt)

Freitag, 8. Dezember 2017

7. Kalendertürchen: Mare e Monti

Iberico, Maronen, Seeteufel, Timutpfeffer, schwarze Nüsse, Kürbis

Werbung*// "See und Berge" war das Motto des 7. Kalendertürchens des The-Taste-Trainingskalenders und es erwischte mich eiskalt, denn ich hatte nichts, aber auch garnichts aus dem Meer da, nicht einmal Fleur de Sel.

Die Aufgabe des Tages

Mit hübschem Bild auf der Vorderseite
Also ab, einkaufen. Dabei habe ich mich von meinen Vorstellungen inspirieren lassen. Beim Thema "Berge" kam mir gleich eine Almhütte in den Sinn, wo allerlei Vieh gehalten wird, die Bäuerin die letzten Herbstfrüchte einmacht und das erste Wintergemüse erntet. Und so landeten letztendlich als "Berge"-Teil im Gericht: Hokkaido (blanchiert und als Pü), Maronen (als Creme und Crisp),

Lecker-schmecker Maronencreme :)
Ibericosteak, schwarze Nüsse, Winterfeldsalat.

Das Meer symbolisierte ein Fisch, der Seeteufel: saulecker, keine Gräten (das Tierchen liegt nämlich den ganzen Tag aufm Meeresgrund und zieht sich per Ansaugen nur hin und wieder einen Fisch rein, was für ein Leben)  und eine tolle Farbe. Dazu Fleur de Sel und der Timut-Pfeffer aus dem Gewürzkalender, quasi der dunklere Verwandte des Szechuan, mit einer etwas bitteren Zitrusnote. Eine Portweinreduktion aus dem Bratenfett der beiden Tiere ergibt das verbindende Element. Und da ich für das Probekochen bei The Taste übe, habe ich gleich mal ein Tellergericht draus gemacht:


Du magst das Rezept haben? Nichts lieber als das!




"Mare e Monti"


Zutaten (für 2 Personen)

1 Hokkaidokürbis
Muskat, Salz, Pfeffer

1 Iberico-Nackensteak
1 Seeteufelsteak


4Maronen, gekocht
1Tl Butter

1 Handvoll Feldsalat

150ml Portwein

Fleur de Sel

Zubereitung:
  1. Hokkaido vierteln, entkernen. Mit einem Sparschäler 4 breite Streifen abschneiden, zur Seite legen. Den restlichen Kürbis würfeln und gar kochen.
  2. Maronen und schwarze Nuss hacken, in Butter braun anbraten, zur Seite stellen
  3. Feldsalat waschen und putzen, zur Seite stellen.
  4. Kürbis abgießen und pürieren. Mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen.
  5. Kürbisstreifen 3 Minuten im kochenden Wasser blanchieren. Abgießen, zur Seite stellen
  6. In einer Pfanne das Ibericosteak von beiden Seiten 3 Minuten pro Seite scharf anbraten. In Alufolie wickeln und im Ofen bei 80°C warmhalten.
  7.  Den Seeteufel in Stücke schneiden. Im Ibericofett 2 Minuten unter Wenden braten, Zur Seite stellen.
  8. Fett mit Portwein ablöschen  und reduzieren lassen.
  9. Das Iberico in Würfel schneiden, anrichten, Seeteufel anrichten.
  10. Hokkaidostreifen zu Rollen formen, anrichten, mit Kürbispüree füllen.
  11. Ibericowürfel mit Portweinreduktion bestreichen und mit Chrunch von Maronen und schwarzen Nüssen toppen.
  12. Auf jeden Teller zwei Erbensgroße Portionen Maronencreme geben, mit Chrunch toppen.
  13. Salat zwischen dem Fleisch anrichten, mit Portweinreduktion und restlichem Chrunch toppen.
  14. Timutpfeffer und Fleur de Sel auf den Seeteufel geben.
  15. Servieren.

*Tüdelüüü*
Wren 

*( Gewürzkalender ist gesponsored und es existieren Links zu Dinses Culinarium)

6. Kalendertürchen: Türkischer Lammeintopf für den Nikolaus


Hä? Wiiieee? warum ein türkischer Lammeintopf für den Nikolaus?
Jaaaa, lieber Leser! In diesem Blog wird es beizeiten nicht nur kulinarisch, sondern auch historisch!
Und mit der Aufgabenbeschreibung zum Türchen wurde sich wieder so viel Mühe gegeben, dass ich da garnicht mehr viel zu sagen muss:


Alles klar! Und als Zeichen meiner Gutmütigkeit serviere ich euch heute keinen Sommersalat (Sonnengereiftes Gemüse ist auch grad saisonal etwas schwierig) sondern einen wunderbar wärmenden Lammeintopf, für den sich auch gewiss der Nikolaus begeistert hätte: Mit Lamm, Kümmel, Wurzelgemüse, Knoblauch und Joghurt.



Und hier das Rezept:



Türkischer Lammeintopf


Zutaten (für 4 Personen):
4 Lammkoteletts
500g Pastinake
500g Karotten
1 große Süßkartoffel
2 Küchenzwiebeln
4 Knoblauchzehen

1 EL Butter
4EL Johurt

2 EL Schwarzer Kümmel, ganz
1Tl Kümmel gemahlen

2L Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
  1. Pastinaken, Karotten und die Süßkartoffel schälen und in Würfel schneiden.
  2. Zwiebeln schälen, Würfeln. Knoblauch schälen und fein hacken.
  3. Zwiebeln mit Lamm,Butter, Knoblauch und dem schwarzen Kümmel in einem Topf scharf anbraten.
  4. Mit Gemüsebrühe ablöschen, Kümmel dazugeben, etwa 45 Minuten gar köcheln lassen.
  5.  Koteletts rausnehmen. Fleisch ablösen und in Stücke schneiden. Fleischwürfel wieder in den Topf geben, Joghurt dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Was ist dein Liebster Eintopf? Poste es in den Kommentaren!

Deine Wren



Türchen 5: Honiggelee, Zitronenbaiser, Pastinake, Lardo, Tomaten, Rauchsalz, Mayo mit Nelke



 Werbung (wegen des gesponsorten Gewürzkalenders von Dinses Culinarium, ihr wisst schon;)//
Moin! Heute habe ich leider kein Rezept für dich, was daran liegt, dass der Löffel stark improvisiert und mit Zutaten zubereitet ist, die ich grad so da und fertig hatte, was ein Nachbauen einfach zu kompliziert macht. Aber toll war sie schon, die Aufgabe:



Verpackt in einem schönen Nikolaushäuschen (wie unglaublich süß, das steht jetzt als Deko auf dem Bloggerregal) die Forderung: "Bitte einmal ALLES und zwar auf Löffelformat". Tjoa.

Also habe ich gekramt und nach meiner Art das Freestylecooking auf die Spitze getrieben: Da war noch Honiggelee im Kühlschrank, und Wachteleier, und Zitronen! Also machen wir daraus einen Gelee-Baiser-Pilz! Somit süß, scharf, sauer abgedeckt.

Pastinake, Tomate und Lardo decken Umami, herzhaft und knusprig ab, und das Rauchsalz verstärkt nochmal die Röstaromen. Die Mayo aus Wachteleigelb (es waren keine anderen Eier mehr im Haus) mit Nelken gewürzt, schwächt die dominate Nelke, die sonst alles übertüncht hätte ab , und macht das Ganze cremig.

So entstand also dieser Löffel, welcher gut harmonisierte, aber nicht wirklich rezeptauglich ist.

Jetzt interessiert mich aber natürlich: 

Wie würdest du die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen zusammenbringen? Poste deine Ideen oder fertigen Kreationen gerne in den Kommentaren, ich bin gespannt!

Deine Wren

Dienstag, 5. Dezember 2017

4. Kalendertürchen: Nudelauflauf mit Ceylon-Zimt und viel KÄÄÄSSSEEE


Werbung (Gewürzkalender gesponsort )//Der Löffel im vierten Kalendertürchen ist richtig etwas fürs Herz.
Warum? Na, schau dir die Aufgabe an:


Da kommen massig Erinnerungen hoch! Ich war als Kind zwar nie ein mäkeliger Esser, es gab allerdings Gerichte, die waren immer besonders gut. Dazu gehörte ohne Zweifel der tolle Karotten- Lauch- Hack- Eintopf, der in einem großen Pott gekocht und dann über mehrere Tage gessen wurde (Eintopf ist ja erst am dritten Tag so RICHTIG gut!).

Aber auch Frikadellen standen hoch im Kurs: Meine Mutter kann die so zubereiten, dass die von Außen knusprig und von Innen saftig-fluffig sind. Auch diese wurden für mehrere Tage eingeplant, überlebten aber eigentlich nie den ersten Tag, da die gesamt Familie bei jedem Gang in die Küche so 1-2 der kleinen Fleischklopse wegsnackte. Mama war darüber not amused, aber wir waren (und sind) halt eine gefräßige Horde:

Legendär die Kämpfe am Tisch um das letzte Cevapcici oder den Fla (Holländischer Pudding) in Tetrapacks, welcher von meinem Stiefvater wie ein Goldschatz bewacht und rationiert wurde (ich hab einmal Billigpudding geholt, den Fla aufgegessen und mit dem günstigen Pudding aufgefüllt, ist auch niemandem aufgefallen;))

Mein heutiger Löffel dreht sich aber weder um Fla noch um Frikadellen, sondern um den familieninternen Nudelauflauf. Und der hat eine Geschichte.

Früher Spirelli, heute Trofie für den Auflauf
Und zwar hatte mein Bruder, als er klein war, mal eine Phase, während der er nur Nudeln (mit Tomatensoße, WEHE es waren verdächtige Gemüsestückchen drin) und Kartoffeln (pur) essen wollte. An sich nicht dramatisch. Das Doofe war halt, dass sich zu dieser selektiven Nahrungswahl auch eine Kaufaulheit dazugesellte, die dazu führte, dass er Kartoffeln ohne zu Kauen runterwürgte, was schrecklich anzusehen war.

Ich meine, in der Zeit gab es zum ersten Mal diesen Auflauf, mit viiiel Nudeln, Tomatensoße, Eiern zum Binden und Käse (ab und an auch Kochschinken), der so lange in den Ofen gestellt wurde, bis er eine Art fluffige, homogene Masse ergab, die aber unglaublich gut schmeckte. Ich liebe ja eh "schlonzige" Gerichte, und dieser Auflauf trifft da voll in Schwarze.

Das Lustige ist, dass der Auflauf nicht nur mein liebstes Kindheitsgericht ist, sondern auch das von Bruder A. Dieser hat seine kaufaule Phase mittlerweile überwunden (zumindest höre ich da nichts Gegenteiliges ;)), den Auflauf isst er aber immer noch gerne.

Und Dank ihm kann ich euch auch das Rezept für den Originalauflauf hier im Blog präsentieren. Es gab dazu nur eine Anmerkung vom Bruder: "Bitte alle Zutaten, außer das Tomatenmark verdoppeln, schmeckt besser!". Na, er muss es wissen:

Der Originalauflauf

Ich musste das Originalrezept allerdings etwas umwandeln, denn es gab ja, wie jeden Tag, noch ein Gewürz zum Kalender dazu:


Der Zimt war garnicht so schwer zu integrieren. Ich habe als Käse einfach Parmesan und Apple-Pie-Cheddar statt Gouda genommen und schon passt es wieder. Die Kindheitserinnerung bleibt.

Vielen Dank für dieses schöne Türchen!
Was ist dein liebstes Kindheitsgericht? Und warum?

Poste es in die Kommentare!

Deine Wren



Montag, 4. Dezember 2017

3. Kalendertürchen: Scharfe Winterrolle mit Avocado, Sesam und Salsa.



 Werbung ( Gewürzkalender von Dinses Culinarium zur Verfügung gestellt)//
" Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde die Dritte!", sprach die bunte Kalendertüte.
Na,schauen wir mal, was drin ist, bevor wir zu schnelle Entscheidungen treffen, wa?



Schon wieder ein Tag ohne meine tolles Fleisch im Kühlschrank, deeeennn, es ist keine 5 Tage alt...

Kurzer Blick in Schränke und Taschen:


Gemüse, Spargel (der ist noch vom Raclette LETZTES JAHR. IRGENDWER  hat den angeschleppt und nicht gegessen), ein halbtoter Granatapfel, Thaichilli, Ingwer und Reispapier. Achja, und angefutterte Salsa im Kühlschrank. FREUND isst die ganz gerne mal mit Bockwurst.

Aus dem Gewürzkalender kam heute schwarzer Pfeffer hinzu, passt.


Das Ergebnis ist aufgrund des Miniformats optisch wenig schick, aber hat gut geschmeckt. Also kein WAAOOOW-Effekt, aber für das bisl an Konserven was da war, schon ordentlich.



Scharfe Winterolle

Zubereitung (2 Portionen)
2 Reispapierbätter
2 Möhren, geschält, gestiftelt
2cm Ingwer, geschält, in Scheiben
50g Granatapfelgerne
2 Tl Sojasauce
1 eingelegter Spargel, in Scheiben
2EL Chinesisches Dosengemüse in Scheiben
1 eingelegte Thaichilli, in Scheiben

Schwarzer Pfeffer

2EL Salsa
1/2 Avocado
2Tl gerösteter Sesam

Zubereitung:
  1. Reispapier einweichen.
  2.  Gemüse, Sojasauce, Pfeffer gleichmäßig auf beiden Reispapierblättern verteilen, zu Rollen formen
  3. Auf einem Teller anrichten, Salsasauce über die Rollen geben.
  4. Avocado in Scheiben schneiden, auf den Rollen anrichten.
  5. Sesam drüberstreuen, servieren.

*Tüdelüü*

Wren

2. Kalendertürchen: Vegane Roulade mit Beerenlese, Glühweingewürz, Pastinake und Kartoffelkloßteig

Die vegane Roulade auf dem Löffel
 Werbung (Erwähnung von Hills Weingut, Verlinkung auf Dinses Culinarium und halt die Gewürzkalenderkooperation)//
 So, heute reiche ich auch nochmal das zweite Kalendertürchen nach.
Vorab sei gesagt, ich wusste, dass es irgendwann ein veganes Gericht geben würde, da eine der Kalenderbauerinnen Veganerin ist, und da liegt es nahe, dass sie auch mal Bock auf nen veganen Löffel hat.

Direkt am 2. Dezember war es dann soweit:


Meine Reaktionskette:

1.: "Hübsch gemacht" (danke hier an die Verfasserin)
2.: "Oh! Calvin and Hobbes!*Liest* *Kicher*
3.: Oh! Schokolade! VEGANE Schokolade!(hoffentlich muss ich damit nicht kochen, ich und Süßkram, nech?)
4. *liest* " Ne muss ich nicht. Aber vegan. Mist"

Das "Mist" ist jetzt nicht etwa so zu verstehen, dass ich der veganen Küche grundsätzlich abgeneigt wäre, im Gegenteil: Ich empfinde tierloses Kochen als eine spannende und durchaus inspirierende Herausforderung, und es gibt echt tolle vegane Gerichte.

Nur...

...drei Tage vorher war Markt und ich hatte nen ganzen Bauernhof im Kühlschrank: Lamm, Ente, Huhn, Wachtel, Hirsch, Kalb. Dazu Eier, Käse und die geile Butter vom Markt.

Aber es half ja nichts, nich? Und außerdem hatte ich ebenfalls eine frische Kiste mit Biogemüse bekommen. ALSO!

Ich war also völlig motiviert, bis ich das ergänzende  Türchen des Gewürzkalenders öffnete:


Äh.. What? Das Erste was mir in den Sinn kam, war: Bowle.
Aber ein erlesenes veganes Essen wäre das ja nicht.

In meiner Ratlosigkeit tat ich ersteinmal das Naheliegenste: Ich aß, zusammen mit FREUND, den veganen Schokoriegel auf (der SEHR lecker war, bitte mehr davon:)), und plötzlich, voller Energie durch die Nüsse im Riegel, fiel es mir wie Tofu von den Augen! DAS würde geil werden! UMAMI, knusprig, reichhaltig, lecker: Die vegane Roulade!


Basis ist erstmal ein veganer Kloßteig: Kartoffeln gekocht, durch ne Kartoffelpresse gedrückt, mit Kokosöl und Kartoffelstärke abgebunden, bis der Teig nicht mehr klebt. Aus Chinakohlblättern wird der Strunk rausgeschnitten, sie werden blanchiert und auf den ausgerollten Kartoffelteig gelegt. Das verhindert, dass die Füllung nachher während des Backens durch den Kloßteig durchsifft, außerdem hat Kohl auch Umami.

Die Füllung wird mit in Kokosöl angeröstetem Tomatenmark (umami), Zwiebeln (umami) und  Pastinaken (Geschmack) und etwas Sojasauce hergestellt, sowie mit einer Beerenauslese abgelöscht.


Ich empfehle hier die Beerenauslese vom Weingut Hill , die  passt super und gibt genau das richtige Maß an Süße, Säure und Frucht dazu. Ich wollte da nämlich keinen Industriezucker reinhauen, Honig ist nicht vegan und so nen Quark wie Agavendicksaft oder Reissirup kommt mir nicht ins Haus.

Die Soße ergänzt man dann mit etwa einem halben Tl Glühweingewürz, lässt sie reduzieren und streicht das Ganze auf den Kartoffelteig mit den Kohlblättern. Das sieht dann SO aus:


Zusammenrollen, bei 200° in den Ofen, bis die Oberfläche braun und knusprig ist und dann rausholen und in Scheiben schneiden.

Fazit: SAULECKER!

FREUND (DER Fleischi vor dem Herrn): "Also, wenn das SO schmeckt, dann können wir öfter vegan essen!"

Das sagt doch schon alles, oder?



Vegane Roulade mit Glühweingewürz

Für4 Personen (Hauptgericht):

Teig:
1kg Kartoffeln, geschält, gekocht, durch Kartoffelpresse gedrückt.
2 EL Kokosöl
Kartoffelstärke
Muskat
Salz

6 große Chinakohlblätter

Soße:
5EL Tomatenmark
1 mittlere Pastinake (Geschält, gewürfelt)
3 Küchenzwiebeln (geschält, gewürfelt)
1Tl Kokosöl 
3 EL Sojasauce
2 Zehen schwarzer Knoblauch 


Zubereitung:
  1. Kartoffelteig mit Kokosöl mischen und solange Kartoffelstärke einkneten, bis sich ein geschmeidiger, nicht klebender Teig ergibt. Mit Muskat und Salz würzen. Teig auf einem Brett mit etwas Mehl 1,5cm dick ausrollen.
  2. Den Strunk aus den Chinakohlblättern rausschneiden. Blätter in kochendem Wasser blanchieren, abtropfen lassen, gleichmäßig auf dem Teig verteilen und andrücken.
  3. In einer Pfanne Zwiebeln, Tomatenmark und Pastinaken anbraten, Sojasauce, Knoblauch und Glühweingewürz dazugeben. Mit 150m Beerenlese ablöschen, reduzieren lassen und den Vorgang mit dem restlichen Wein wiederholen.
  4. Masse auf den Teig ausstreichen.
  5. Vorsichtig zusammenrollen, die Enden schließen.
  6. Im Ofen bei 200° Umluft solange backen, bis die Oberfläche braun und knusprig ist.
  7. Aufschneiden und direkt servieren. Dazu passt Apfelrotkohl.

*Tüdellüü*
Wren
 


Die WEIN-nachtliche Adventskranzreise zum Silvester-Menü präsentiert: Den Gruß aus der Küche


 Werbung, da dieser Kranz in Zusammenarbeit mit Jacques Weindepot entstand// Advent, Advent, ein Lichtlein brennt! Gestern durfte die erste Kerze des Adventskranzes angezündet und somit die Weihnachtszeit so richtig eingeläutet werden. Wie du sehen kannst, lieber Leser, ist unser Adventskranz dieses Jahr etwas anders, ich kündigte das ja bereits im Vorfeld an. Der Grund:

Ich bin ja der Meinung, dass viel zu viel Unwissenheit im Bereich "Wein und Essen" besteht, was wozu passt und warum. Das resultiert dann oft in einer gewissen Ratlosigkeit an Festtagen was die Kombination angeht, und so wird es wieder derselbe Wein wie die Jahre zuvor, oder man orientiert sich an den Empfehlungen auf dem Etikett. Kann man machen und ich verstehe auch, dass man lieber auf Vertrautes zurückgreift als Neues zu probieren, es könnte ja auch schief gehen und wer will das schon an einem Feiertag?

Diese Sorge möchte ich dir für das diesjährige Silvestermenü gerne abnehmen:

 Denn Frau Löffler von Jacques Weindepot und ich wollen euch  in dieser Adventszeit mitnehmen, auf eine kleine kulinarische  Reise der Aromenkombinationen: Mit einem interessanten Wein an jedem Adventssonntag und einem passenden Menügang dazu. Dabei werden wir uns durch einen Gruß aus der Küche, einer Vorspeise, dem Hauptgericht und ein Dessert bewegen, so dass am 24. Dezember ein komplettes Menü für Silvester steht. Es steht dir natürlich frei, einzelne Menüteile herauszunehmen oder wegzulassen, eines kann ich jedoch garantieren: Die Weine passen zum Essen und umgekehrt und sind wirklich etwas anderes, sowohl was die Optik betrifft, als auch den Geschmack. Komm mit und lass dich überraschen!

Jeder Wein ist im Rezeptteil verlinkt und kann direkt im Onlineshop erworben werden. Wir haben uns für Weine der mittleren Preisklasse entschieden, welche einem Festtag angemessen sind, aber auch kein riesen Loch in den Finanzbeutel reißen.

Los geht's mit dem Wein zum ersten Advent, einer echten "Diva"!

SAROTTO La Zerbetta Arneis 2016


Der Gang für den ersten Advent sollte ein vegetarischer Gruß aus der Küche sein, denn erfahrungsgemäß ist man nach den Feiertagen bis oben hin vollgefuttert mit Süßigkeiten sowie fettem Fleisch und daher etwas Leichtem nicht abgeneigt.

Die Wahl für den passenden Wein fiel auf den oben abgebildeten Arneis. Arneis ist eine weiße Traube, welche ausschließlich im Piemont in Italien angebaut wurde, und neuerdings wieder wird, denn die "kleine Schwierige", wie die Traube aufgrund ihrer hohen Kulturansprüche auch genannt wird, galt lange als ausgestorben. Seit einiger Zeit wird sie von traditionsbewussten Winzern wie Roberto Sarotto, von dem der hier vorgestellte Wein stammt, jedoch wieder angebaut. Gott sei Dank, möchte ich sagen, denn der aus dieser Traube gewonnen Wein ist wunderbar leicht (trotz seiner 13,5%) und besticht durch fruchtige Noten. Ein ganz toller, unaufdringlicher Tropfen, der Gemüse oder auch weißen Fisch wunderbar begleiten kann.

Interessant ist auch die Flaschenform, welche "Albeisa" genannt und  seit dem 18. Jahrhundert von Winzern um Alba herum genutzt wird, um sich auch optisch von anderen Regionen abzuheben. Tradition und leichte Frische gehen bei diesem Wein also Hand in Hand und so wählte ich auch den Menügang:

Krosses Rosmarinkartöffelchen mit Meerrettichspäne auf Tomatendip
Kartoffeln haben bei uns eine lange Tradition. Dieses Rosmarinkartöffelchen ist außen knusprig und innen herrlich cremig, gewürzt mit mildem Rosmarin. Die fruchtigen Noten des Weines, welche an reife Birne erinnern, ergänzen sich super  mit dem milden Erdapfel. Da der Wein nur eine ganz schwache Säure hat, habe ich die Kartoffel großzügig auf Tomatendip gebettet, und zwar auf dem "Dip für alles"  der Firma "Genusswolke" hier aus der Region. Ich weiß nicht, ob der Dip wirklich für alles geht, aber hier passt er mit seinem kräftigen Tomatenaroma und den italienischen Kräutern ganz ausgezeichnet in die Gesamtkomposition. Auch  wird kein Mist verarbeitet, die Zutatenliste ist angenehm kurz und auch für Veganer ist der Dip geeignet. Wirklich sehr lecker!



Das "Tüpfelchen auf dem I"  bildet schließlich die mit einer groben Reibe geriebene und im Ofen gebräunte Meerrettichspäne. Durch das Rösten verliert der Rettich viel seiner Schärfe, gewinnt dafür aber an Knusprigkeit. Es bleibt ein Kitzeln am Gaumen, was das Geschmacksbild abrundet.

Arneis, Kartoffel, Tomate, Rosmarin - Eine Runde Sache

So macht dieser Gruß aus der Küche nicht bereits satt, sondern Lust auf das, was da noch kommen mag. Ganz so, wie es sein soll.





Krosses Rosmarinkartöffelchen auf Tomatendip mit Meerrettichspäne


Wein zum Gang:

SAROTTO La Zerbetta Arneis 2016


Zutaten (für 4 Löffel):

2 große, festkochende Kartoffen, geschält.
2 El Butter
1 Zweig frischer Rosmarin

1 etwa 4*4cm großes Stück frischer Meerrettich

4 TL Tomatendip (selbstgemacht mit Tomatenmarl, Salz, Pfeffer, Kräutern und Honig, oder HIER von Genusswolke)

Salz


Zubereitung:
  1. Mit einem Melonenkugelausstecker 4 Halbkugeln aus den Kartoffeln stechen (wer keinen Ausstecher zur Hand hat, es geht auch jede andere Form)
  2.  Halbkugeln in etwas gesalzenem Wasser nahezu gar kochen.
  3. Halbkugeln  abdampfen lassen und für etwa 30 Minuten in das Eisfach stellen, so werden die Kartoffeln später knusprig.
  4. Meerrettich auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech hobeln und bei 80°Umluft im Ofen anbräunen. Sobald sich die erste Bräune zeigt, rausnehmen.
  5. Butter in einem Pfännchem schmelzen, Rosmarinblätter und Kartoffeln hinzufügen. Bei nicht zu hoher Temperatur unter Schwenken knusprig anbräunen. Mit etwas Salz würzen.
  6. Dip auf den Löffeln anrichten. jeweils eine Kartoffel auf dem Dip platzieren und mit Meerrettichspäne toppen



Uns hat die Kombination sehr gut geschmeckt und wir konnten den gestrigen Adventssonntag noch wunderbar bei einem Glas dieses  schönen Weines ausklingen lassen.

Diesen Sonntag gibt es dann die Vorspeise mit einem weiteren tollen, extra abgestimmten Wein. Sei gespannt!

Was für einen Adventskranz hast du? poste es gerne im Blog!

Alles Liebe!

Wren