Samstag, 26. August 2017

Codzienny Wróbel (der tägliche Spatz) - Von Parodien und meinem unfreiwilligen Selbstversuch als polnische Medusa


Diese Spatzen suchten während eines Regengusses Zuflucht auf einem überdachten Ladenschild, welches übrigens übersetzt "Punkt-Bar" heißt. Zu futtern gab es da den üblichen Schlickerkram: "Gofry"- So fette Rechteckwaffeln mit 200g Sahne und Früchten obendrauf, da stinken all diese Hipsterwaffelläden in Good old Germany hart gegen ab, Eis, Zapiekanka und so weiter. Wir dachten jedenfalls zunächst, die Spatzen wären nicht echt, da die sich ewig nicht bewegten, und machten uns über die Pixar-Parodie lustig, bis es plötzlich vom Zeichen schilpte und die Deko wegflog.

Danzig und Umgebung sind im übrigen superschön, krass ist das Stadtbild, da stehen nigelnagelneue Villen neben verfallenen 80er-Jahre Blöcken und  Herrenhäusern in verschiedenen Zuständen. Unglaublich bunt, vielfältig und interessant.
Diese beiden Häuser zum Beispiel stehen direkt nebeneinander:




Auch faszinierend sind , im wunderschönen Nachbarort Sopot, die zahlreichen Straßenläden und Künstler, welche ihre Stände dort aufgeschlagen haben. Verkauft wird alles: Süßigkeiten, Herzhaftes, aber auch Helium zum Einatmen, Merchandise aller Art mit zum Teil fraglichen Lizenzrechten (Zum Beispiel im Strandsouvenirshop Pokemonfiguren- WTF?),Ketten,  Rucksäcke, Kleidung aller Art. 
Es gibt Haribostände und Stände wo man kleine gegrillte Räucherkäsehappen (GEILGEILGEIL!) kaufen kann, die wohl in Gebirgsregionen als Bergsteigernahrung gelten. Die lokale Zuckerwatteverkäuferin wird von einem Menschen im Minionkostüm (Zusammenhang?) begleitet, um Kunden anzulocken. Und ein bunt gekleideter Mensch drückt einem die Speisekarte eines peruanischen Restaurants in der Seitenstraße in die Hand um von dem erlesenen Angebot zu Überzeugen. Ich bin mir sicher, die Hälfte der Stände wäre in Deutschland zumindest halb illegal,aber hier gibt es keinen Stress deswegen, da alle lediglich verkaufen wollen, was ja nun nicht direkt kriminell ist. Ich persönlich finde dass die bunte Mischung das Stadtbild bereichert und belebt, zumal keiner der Verkäufer so wirklich aufdringlich wird. Fest steht: Die Region hat eine Menge Charme, herzliche Menschen und mehr interessante Dinge, als man auf einmal fassen kann.

FREUND und ich haben dann gleich bei einem talentierten Künstler (Warum gibt es sowas nicht bei uns?) eine Karikatur von uns beiden anfertigen lassen und was soll ich sagen? es ist grandios geworden!

Freund und Ich ganz ungeschönt aber doch sehr schön

Leslaw Kuczerski heißt der talentierte Mann mit den lachenden Augen, weitere seiner Werke findet ihr auf seiner Homepage *klick*. 
Vielen Dank für diese tolle Erinnerung!

Ansonsten waren und sind wir viel unterwegs: Seit Dienstag sind wir 115.241 Schritte gegangen, was 83,2km bei einem Durchschnitt von 16.4 km pro Tag entspricht. Besucht haben wir die Nachbarinsel Hel, haben lange Strandspaziergänge gemacht und waren im botanischen Garten und im Meeresmuseum (Bilder folgen)

Heute werde ich aber wohl nicht mehr raus gehen, denn die örtlichen Wespen lieben meine Haare (oder den Zitronenhaarschaum), fliegen rein, verheddern sich und kriegen einen ausgewachsenden Tobsuchtsanfall welcher sich  in fernetischem Brummen und  einer Panikattacke meinerseits äußert. 
Ich habe  nach mehreren solcher Happenings keine Lust mehr auf meine Rolle als polnische Medusa mit den tödlichen Haaren und verkrümel mich jetzt auf das Sofa und schaue mir einen der schlecht synchronisierten Filme an. Denn in Polen werden prinzipiell ALLE Filmcharaktere wie bei einem Hörbuch von EINEM Sprecher gesprochen, egal ob Männlein oder Weiblein. STRANGE. Aber für die Polen voll normal:
"Trudno!" heißt es dann: "Das ist halt so". 
Ich jedenfalls finde es kurios.

Mehr Kuriositäten dann Morgen

*Tüdelüüü*

Wren

Freitag, 25. August 2017

Codzienny Wróbel (der tägliche Spatz) - Warum man in Polen besser Gesund ist


Hiho Liebe Leser,

Trotz mieser Internetverbindung melde ich mich frisch erholt zur Urlaubshalbzeit aus Danzig, oder, auf Polnisch: Gdansk. Darum zur Zeit der tägliche Spatz, den Gdansk ist voll von diesen cleveren Viechern.

Seit Montag sind wir hier und bis nächsten Mittwoch bleiben wir. Bevor ich in späteren Posts auf die Schönheit der Gegend, den krassen Spezialitäten und das gewaltige Erholungspotential eingehe möchte ich euch den Ratschlag geben, besser nicht krank zu werden, wenn ihr in Polen seid. Warum?

Nun. Ich hatte nach 18 Stunden Busfahrt in Verbindung mit echt ekligen Klos auf der Strecke (es ist mir echt ein Rätsel, wie Leute NEBEN die Toilette Schei*en können) und daraus folgend wenig Flüssigkeitszufuhr (wer nicht viel trinkt muss nicht viel aufs Klo) eine Blasenentzündung entwickelt, die Dienstag etwas fies wurde.

Krankenkassenkarte hatte ich mit, DAS war kein Problem, aber das polnische Gesundheitssystem, DAS ist ein Problem. 
Was ich nicht wusste. 
 
Ich gehe also mit Freund um Punkt 8.00 in eine nahezu leere Gemeinschaftspraxis. Ich habe Schmerzen, mir geht es schlecht und sehe auch nicht gut aus. Die schlecht gelaunte Praxishilfe blickt von ihrer Fingernagellackiertätigkeit auf, nimmt meine Karte und sagt ganz seelenruhig, ich solle Morgen  um 9 wiederkommen. Freund pocht auf den Akutfall, doch die Arzthilfe guckt nichtmal in ihre Unterlagen und zuckt gelangweilt mit den Schultern. Es wäre nichts mehr frei. 
FREUND erklärt mir, dass das leider normal wäre, da diese Leute feste Arbeitsplätze haben aus denen sie nicht gefeuert werden können und kein Interesse für Einzelpersonen.
Unmenschlicher bin ich noch nicht behandelt worden. 
Krass.

So langsam dämmert mir, warum man Ibuprofen und Paracetamol, neben Kaugummis und Snickers, in jedem Supermarkt für nen Euro an der Kasse kaufen kann und jeder zweiter Werbespot im TV sich um ein rezeptfreies Medikament dreht.

 Die Leute behandeln sich lieber selber, als zum Arzt zu gehen.
Das bestätigt mir auch der äußerst kommunikative, halb holländische Pole, der sich, zusammen mit 5 anderen Leuten, neugierig zu uns stellt, als sich in der Apotheke rausstellt dass da ein Ausländer versucht ein Medikament zu erstehen. Das war nämlich unsere zweite Anlaufsstation, während FREUNDS Schwester Bussard versuchte, in einer Praxis im Umkreis um kurz nach acht morgens einen Termin für denselben Tag zu bekommen. Und Leute, wir reden hier vom HAUSARZT, ich wollte nicht zum Psychologen oder Zahnarzt oder so.

In der Apotheke erhalte ich, rezeptfrei, ein Antibiotikum. Die Verbreitung von Resistenzen ist für mich nun kein Wunder mehr, denn bei dem Mittel handelt es sich um ein Reserveantibiotikum, welches zudem krasse Nebenwirkungen in der Häufig-Kategorie hat, weswegen es nur in Notfällen angewendet werden sollte aber hier als Standard für  leichte Blasenentzündungen ohne Rezept offeriert wird. Genommen habe ich es nicht, denn es ist kontrainduziert mit Asthma. Die nette Apothekerin meinte ich solle nur Vitamin C dazu nehmen, dann ginge das schon (Säure-Basen-Bullshit). Soviel dazu.

Bussard schaffte es schließlich, mir um 15.00 einen Termin bei einem Arzt zu besorgen.
Die dort ansässige Ärztin war recht großmütterlich lieb, sehr gechillt und meinte zwar, ich könne mit ihr Deutsch reden, unterhielt sich dann aber nur mit Freund. Nachdem die medizinischen Entscheidungen in 5 Minuten geklärt waren, drehten sich die Themen um Familie, schöne Orte in der Gegend und wo wir so herkommen.
 Joa. nett.

Rausgegangen ging ich mit einem weiteren Reserveantibiotikum in einer Dosierung die auch Milzbrand weggekillt hätte (wogegen das Medikament im Übrigen auch wirkt).
Ich schlucke jetzt also 5 Tage 2mal täglich dieses Medikament welches immerhin super für Asthmatiker ist, aber eigentlich nur an schwer Kranke gehen sollte und das zweitstärkste Antibiotikum auf dem Markt ist.
  Ich muss zugeben, dass die Wirkung beeindruckend war: Am Abend schluckte ich die erste Pille, am nächsten Mittag waren die Symptome der Blasenentzündung fast weg und meine laufende Nase sowie mein Husten komplett Geschichte. Und da das Antibiotikum gegen  Lungenzeug, Magendarmshit, Salmonellen und Hirnhautentzündungen wirkt, könnte ich vermutlich bei 30°Celsius, munter mayo-Nudelsalat essend durch den Wald robben und mich an öffentlichen Klos schubbern ohne dass mir was passiert.

Doof: Kein Alkohol während der Einnahme und das Zeug macht UV-Strahlen-empfindlich. Also kein Sonnen am Strand.
So im Strandurlaub.
Meh.

Aber nur noch bis Sonntag.

Hoffen wir, das Wetter spielt mit!

*Tüdelüüü*
Wren



Mittwoch, 16. August 2017

Die tägliche Amsel - Auf dem Sprung...


...Mit schon ausgebreiteten Flügeln ist die Amsel bereit abzuheben. So auch wir.
Meine Ma heiratet am Freitag und so treten FREUND  und ich Morgen die lange Reise zum Zaunköniginnenurnest an, um diesen Anlass gebührend zu Feiern.
Leider kann ich mich hier nicht über die chaotische "Planung" im Vorfeld auslassen, da der "Feind" mitliest. Wen es brennend interessiert, kann mir gerne eine Mail schreiben, alle anderen müssen sich bis nächste Woche gedulden.

Am Samstag kommen wir dann zurück, nur um direkt am Sonntag für 2 Wochen an die polnische Ostseeküste aufzubrechen.
Es kann also sein, dass ihr bis Sonntag Abend hier nichts mehr von mir hört, da ich entweder im Zug oder Nachtbus sitze (boah da bin ich ja auch mal gespannt, hab neulich ne Doku gesehen wie viel Gepäck da geklaut wird *mimimi*...), es lohnt sich aber während der Zeit immer ein Blick auf meinen Instagramaccount.

Bis dahin, passtauf euch auf und ein  frohes  *TÜDELLLÜÜÜ*

Wren

Dienstag, 15. August 2017

RESTEFEST! - Pizzasalz mit CHEESEPOP

Kreative Resteküche.

Werbung//FREUND und ich fahren ja demnächst zwei Wochen an die polnische Ostseeküste. Um unsere Balkonpflanzen wird sich zwar auf täglicher Basis gekümmert, aber man kann ja schlecht erwarten, dass auch der Kühlschrank von all den Dingen befreit wird, die nach unserer Wiederankunft nicht mehr gut sind. Also müssen wir das im Vorfeld selbst erledigen, Stichwort: RESTEKÜCHE! und da das so doof klingt, wird das bei uns zum RESTEFEST, denn oft schmecken Gerichte aus Resten am Besten (Ich sage nur Reis-, oder Nudelpfannen).

Ich bin ja eine Königin der angefangenen Packungen, aber auch, als echter Zaunkönig, ziemlich kreativ was die Resteverwertung angeht.
Beim Durchforsten der Schränke fand ich noch eine angebrochene Packung getrockneter Tomaten und eine Packung CHEESEPOPS. Ich liebe die Dinger ja: Die kleinen Ballas aus reinem gepufften Käse eignen sich hervorragend als Knusperextra im Salat, kleingehackt als Panade für Fleisch oder einfach so zum Knabbern.

Im Rahmen der heutigen Resteverwertung werden sie jedoch Teil von etwas ganz anderem, was gut schmeckt und sich auch prima verschenken lässt: Ein Gewürzsalz, genauer gesagt:PIZZASALZ!


 Die Cheesepops geben hierbei den Käsegeschmack, die getrockneten Tomaten noch mehr Umami und das Flair der Tomatensoße. Ebenfalls getrockneter Thymian, Oregano und Rosmarin als typische Pizzagewürze ergänzen die Mischung. Das Salz schmeckt super auf einer simplen Butterstulle, im Pizzateig, oder direkt oben auf die Pizza aufgestreut. Auch als Reisgewürz nicht schlecht. Probier es einfach aus!

 Pizzasalz mit Cheesepops


Für etwa 150g Salz:
2 Handvoll Cheesepop
6 getrocknete Tomaten
60g grobes Meersalz
1-2 TL getrocknete italienische Gewürzmischung.


Zubereitung:
1. Cheesepops und Tomaten fein hacken.
2. Meersalz in einem Mörser grob mahlen
Alle Zutaten vermischen, in Gläser füllen, fertig!



Was machst du so mit Essensresten vor dem Urlaub? poste es in den Kommentaren!


Wren

Sonntag, 13. August 2017

Yummi Japan - BEST OF (Bis jetzt)

Yummi Japan(von links oben beginnend): Reis, Umeboshi, Pockys, eingelegter Rettic, Matcha-Kitkat, eingelegte Lotusblüten

 Waaaoooooww, Leute! Mit eurer Begeisterung für die japanische Küche habe ich so in dem Maße nicht gerechnet. Danke für all die Emailanfragen die in den letzten Tagen reinflatterten, ich versuche mal, alle gut und ausreichend zu beantworten. Ihr wollt Japan? Ihr bekommt Japan!
In diesem Thread: Ein bis'l Wissen, viele Rezepte.

1. " Wren, wo bekomme ich denn die ganzen japanischen Zutaten her?"
Die japanische Küche wartet ja schon mit mehreren Zutaten auf, die man nicht im normalen Supermarkt bekommt. Ich habe ja viel rumprobiert und bin ganz angetan von Nanuko.de. Die Zutaten sind frisch, bombensicher verpackt und der Service 1A.
HIER geht es zu meinem Blogbeitrag zu Nanuko.

2. "Woher hast du dein japanisches Geschirr?"
 Dieses stammt von Miyabi , einem echt tollen Shop mit einer großen Auswahl.

3. Was ist Dashibrühe und wie mache ich die?
Dashibrühe findet auch in japanischen Suppen Verwendung


Dashibrühe ist eine Fond auf Bonito-flocken und Seetangbasis (vergetarisch mit Shiitakepilzen und Seetang), der für fast alle Rezepte Verwendung findet.
HIER habe ich einen Blogbeitrag dazu verfasst.

4. "Wren, hast du ein tolles japanisches Frühstücksrezept, mit dem ich angeben kann?"

Ein traditionelles japanisches Frühstück

 Wie wäre es da mit einem traditionellen japanischem Frühstück?
HIER geht es zum Beitrag.



5. " Gibt es auch japanische Rezepte ohne Reis?"

Yummi Japan ohne Reis

  Auch wenn Reis zur japanischen Küche gehört, wie zu unserer Kartoffeln, wird Reis nicht immer und auch nicht in so großen Mengen gegessen, wie man immer vermutet. Generell werden zu einer Hauptmahlzeit lediglich 75g (Trockengewicht) Reis pro Person verzehrt, was in etwa einer kleinen Dessertschale voll entspricht.

Wie wäre es, ganz reislos, mit Shogayaki- Schweinefleisch in Ingwersauce? Grad toll für warme Tage, HIER findest du den Beitrag


6. ".. was Einfaches, schnelles?"
Kamatama Udon

Japp! Kamatama Udon! HIER gehts zum Beitrag.


Oyakodon (Huhn-Ei-Don)


Und weil es so gut passt, geht es HIER nochmal zum aktuellen Reisschalen (Donburi) Gericht: Oyakodon.

Und nun: Nackochen, Bilder posten!


*Tüdelüüü*
Wren




Freitag, 11. August 2017

Die tägliche Amsel - Stolz


Es gibt da diese Momente im Leben, wo das Zaunköniginnenherzchen hüpft vor Freude, und so wie diese Amsel wohl stolz ist, ihre Küken durchgebracht zu haben, freue ich mich, nach all der Arbeit die letzten Wochen,  endlich eine Herzensangelegenheit angehen zu können: Nämlich Rezensionen für LCHF.de schreiben. 
Und hier ist sie, die erste, über das Buch: "voll verzuckert"



Eine Herzenangelegenheit, denn:Ich liebe die Gemeinschaft im Forum, bin ein großer Fan von Annika, welche die Page mit Herzblut schmeißt, und auch, wenn ich nicht mehr strikt LCHF esse, so hat mich diese Ernährungsform gelehrt, darauf zu achten WAS ich esse, sowie die Liebe zur Zubereitung meiner Speisen. 
LCHF gab mir mein Sättigungsgefühl zurück, half mir bei meinen Allergien und bei der Gewichtsabnahme. Letztendlich ist es aber so, dass gerade letzteres ohne ein Defizit auch hier nicht funktioniert (Da geistert ja immer noch so nen Quark durchs Netz, man könne mit Lowcarb-basierter Ernährung essen so viel man wolle. FATAL! grad wenn man Volumenesser ist wie ich, aber auch sonst, metabolisch unmöglich). Und so integrierte ich, im Rahmen meines kcal-Limits für die letzten 10kg ( mittlerweile sind 15kg weg seit Mai und nun strebe ich zum Idealgewicht) auch durchaus mal Reis oder sogar Brot in meinen Tag, mit einem Unterschied: Ich kann es jetzt bewusst Essen und genießen und es ist vom Everyday-Ding zum Besonderen geworden:).
Die große Liebe, zu frischem Gemüse und hochqualitativem Fleisch, die ist geblieben und prägt nach wie vor meinen Alltag.

Meine Erkenntnis bei LCHF: Es kommt nicht darauf an, WAS du isst, sondern was du stattdessen NICHT isst.

Soll heißen: Wenn du permanent Nudeln, Brot und weißen Reis in großen Mengen spachtelst, die kaum Nährwert haben aber heftig kaloriendicht sind, isst du so viele andere Dinge wie gutes Fleisch, Fette oder buntes Gemüse nicht, da du einfach satt bist. Mängel werden dadurch begünstigt. LCHF setzt da einen radikalen Schnitt, fordert geradezu ein, neue Zutaten auszuprobieren und integrieren und schließt ziemlich viel kalorienreiches Zeug aus, was auch abnehmtechnisch praktisch ist. Folge: Du nimmst mehr Nährstoffe und eventuell (auch mit LCHF kann man gut zunehmen wenn man es drauf anlegt, ich weiß, wovon ich rede^^°) weniger kcal auf, isst abwechslungsreicher, fühlst dich somit fitter und nimmst ab. Ist LCHF nun also DAS EINE Ding? Der heilige Gral der Ernährung?

 Mit Sicherheit nicht! Es ist aber eine wirklich gut durchdachte, gesunde, ausgewogene Ernährung mit so viel Potential, dass ich jedem ans Herz legen kann, sie für sich auszuprobieren. Und selbst wenn du aus diesem Experiment nur eine Zubereitungsart mitnimmst, die du noch nicht kanntest, oder die Liebe zu einem zuvor nicht gemochten Lebensmittel, ist das super und bringt dich weiter!

 Trau dich, Sachen auszuprobieren, experimentiere mit Lebensmitteln und Zubereitung. Religiös anmutende Dogmen sind hier fehl am Platz. Gut ist, was dir gut tut auf deinem Weg.
 (Vorraussetzung ist hier natürlich, wie so oft, Ehrlichkeit zu dir selbst und die Fähigkeit zur Reflexion, gelle?)

LCHF sind für mich die grünen, gelben und roten (Brokkoli, Eigelb, Bacon) Steine, mit denen mein Weg gepflastert ist (neben einigen anderen Farben), die Community  die wunderschönen Blumen, die ihn umgeben.

Und ich freue mich auf noch viele weitere Schritte auf diesem  bunten Weg.

Wren







Mittwoch, 9. August 2017

Die tägliche Amsel - Ein Wurm, sie zu knechten!


Ich bin wieder aus dem notwendigen Zockerkokon aufgetaucht und habe gleich mal den Frodo unter den Amseln gefunden! Pflichtbewusst trägt der Amselmann den EINEN WURM zum Schicksalsamselküken, auf dass er im ewigen Schlund vergehen möge. *muhaha*
Denn so sagt schon das Wurmgedicht :

"Wurmgedicht.

DREI für die Meisen  hoch in der Tanne!
SIEBEN den Schwalben in ihren Nestern aus Lehm!
DEN Tauben, durch Überfütterung dem Tode geweiht, NEUN!

EINEN dem Amselküken auf dunklem Trohn
In der Efeuhecke, wo die Rotkehlchen droh'n

EIN Wurm, es zu Mästen!
es sattzukriegen!
Und den Hunger am besten,
komplett zu besiegen

In der Efeuhecke, wo die Rotkehlchen drohn"

Ja Amseln haben es nicht leicht.

Und ihr auch nicht, liebe Leser, dennnn: Planänderung.
Aber immerhin sind Pläne ja da, um geändert zu werden.

M. (im nachfolgenden Milan genannt, alle meine Bekannten bekommen jetzt, statt reiner Abkürzungen, Vogelnamen) hat wieder das japanische Kochfeuer in mir entfacht, welches nun, laut :"Kawaaaiiii" rufend, durch die Gegend zischt.
 Um es alles noch schlimmer zu machen, gibt es eine japanische Animeserie, die davon handelt, dass sich Kochschüler an einer Elitekochschule  gegenseitig mit epischen Foodbattles bekämpfen. Klingt seltsam, aber die Serie ist total gut und recht lustig.
Wer mag , gibt mal auf Youtube "Shokugeki no soma (Foodwars)" ein, aber Vorsicht! Nur mit vollen Magen gucken.

Die in der Serie vorgestellten Rezepte sehen alle geil aus, genaue Mengenangaben werden jedoch nicht gemacht. PAH! als wenn mich das aufhalten könnte!
Also, ja genau, koche ich jetzt mal öfter Gerichte aus Foodwars nach und veröffentliche die Besten  hier:).

Es wird also bunt: Hessische Traditionsküche wechselt ab mit japanischer Kochkultur, coolen kulinarischen Gadgets und lecker selfmade-stuff. Aber hey, man kann sich seine Interessengebiete ja nicht aussuchen, gelle?


Wren





 


Dienstag, 8. August 2017

Von Peer Gynt, dem Eisvogel und richtig gutem Bier - Ein Besuch in der Licher Privatbrauerei

Die alte Maischpfanne ist nun Ausschank, sehr stylisch ist das schon:).
Mitten im Herzen der Natur liegt die Licher Privatbrauerei. Und nicht nur das, sie liegt quasi direkt vor unserer Haustür: Nichteinmal 10 Minuten Fußmarsch trennen unsere Wohnung von der Brauerei und doch haben wir es in den vollen zwei Jahren  in denen wir nun schon in Lich wohnen  kein einziges Mal zu einer der wöchentlichen Brauereibesichtigungen geschafft, das sollte sich am letzten Donnerstag endlich ändern! Und so zogen wir los: M., A., Freund und ich!

Licher- Der Natur verbunden

Die Licher Privatbrauerei ist geschichtsträchtig, sozial engagiert und naturverbunden. Licher trägt den Eisvogel, welcher in der umgebenden Natur tatsächlich noch vorkommt, als Wappen und die Melodie von Solveigs Lied aus Peer Gynt als Erkennungsmelodie. 

Das Kellerbier schmeckte uns, neben dem Weizen, am Besten!
 Die Besichtigung starten wir gut gelaunt, nach einem Begrüßungsradler, in zwei Gruppen a etwa 25 Personen. Wir erfuhren ein wenig über die Bierherstellung und über die verwendeten Zutaten sowie Abfüll und Recyclingprozesse. Wir hörten, was obergäriges von untergärigem Bier unterscheidet (nämlich die Gärtemperatur und die Position  der Hefe im Biersud- bei obergärigem schwimmt sie oben, bei untergärigem Bier sinkt sie ab.) und dass die Abfüllanlage sehr umweltfreundlich, da wassersparend ist. Ich hätte mir eine etwas ausführlichere Führung gewünscht, jedoch war es warm und die Leute durstig, so dass wir schon bald in den Biergarten einkehrten und dort das frisch gezapfte Bier in all seinen Variationen probieren konnten, und bekanntlich ist  kein Bier ist besser als frisch gezapftes!


Der Service war hervorragend und stets freundlich, und Verpflegung gab es auch reichlich: Ofenwarme Brezn und frische Pfefferbeißer aus der Region:


Und so gingen wir, nach etwas mehr als zwei Stunden, so glücklich wie man nach einer solchen Besichtigung nur sein kann, nach Hause: Voll mit gutem Essen, feinem Gebräu und interessanten Eindrücken.


Fazit: Wir kommen wieder, bestimmt!

Wren

Donnerstag, 3. August 2017

Die tägliche Amsel - Amsel AFK


Die  tägliche Amsel wird heute vertreten vom mir, dem großartigen Vertretungs-Gartenrotschwanzküken weil, äh,  ich niedlich bin und weil die tägliche Amsel zusammen mit Wren im Zaunköniginnenest sitzt und zockt: Bravely default und Pokemon Moon auf dem DS und Crawl, Castle Crasher und Niche auf dem PC.Und wenn die beiden schon viereckige Augen haben, gehts zum Sport oder Figuren bemalen.

Ich vermute ganz stark, dass sich das bis zum Ende der Woche nicht ändern wird, da Wren nach der ganzen Prüferei ersteinmal ihr Gefieder richten und etwas ausspannen muss.

Äh, ja. So lange bin ich halt hier und halte die Stellung.
Fragen zu meiner Person (so weit nicht aus dem Bild erkenntlich) können gerne an mich gerichtet werden.

Grad kommt eine Nachricht von Wren rein:

"Level 12.Stop.Ich ziehe die Amsel fett ab.Stop. Gleich Stärkung in Brauerei.Stop. Besichtigung mit viel Bier. Stop. Amsel macht Bilder. Stop. Danach Rippchen. Stop. Danke fürs Vertreten. Stop."


*Tschilp*

Euer Vetretungs-Gartenrotschwanzküken

Mittwoch, 2. August 2017

YUMMI JAPAN - Oyakodon


"Können wir vielleicht mal ein Donburi essen?", fragte mich gestern der liebe M., der zur Zeit für eine Woche bei uns zu Besuch ist. M. ist kulinarisch sehr begeistert, auch, wie FREUND und ich, von der japanischen Küche, wie also konnte ich ihm diesen Wunsch ausschlagen? Und so gibt es heute ersteinmal was Japanisches für euch.



Was genau ist Donburi?
Donburi ist ein japanisches Schüsselgericht wobei "don" die Schale bezeichnet.
Donburi sind einfache Gerichte, wo verschiedene Fleisch-, oder Gemüsesorten in einer tollen Soße gebraten und dann über eine Schale mit Reis gegeben werden. Schon die Handwerker der Edoperiode schätzten diese einfachen und preiswerten Gerichte und auch heute sind sie ein beliebtes Mittagessen, da günstig, leicht zuzubereiten und saulecker.
Donburis gibt es etwa in so vielen Varianten, wie es Fleisch-, und Gemüsesorten gibt. Gemein ist den Gerichten die Endung "-don". Für M. habe ich mir einen echten Klassiker überlegt: Oyakodon.


Bei dem Namen haben die Japaner Sinn für einen etwas dunklen Humor bewiesen, den "Oyakodon" bedeutet übersetzt: "Mutter und Kind-don". Die Begründung liegt nicht etwa in der durchaus vorhandenen Familientauglichkeit des Gerichtes, sondern in der Tatsache, dass hierfür Huhn ( Mutter) und Ei (Kind) Verwendung finden.
Die Kombination aus Huhn und Ei findet sich in japanischen Gerichten allerdings öfters und gab den Anlass für mich,zusammen mit dem Namen, genau dieses Donburi zuzubereiten.
 Wir haben es hier  quasi mit einer besonderen Form des Omelettes zu tun, welches Geschmacklich echt was Neues ist, oder wie M. sagte : "Ach du Scheiße, hat das geil geschmeckt!"


Oyakodon ist herzhaft-süß-salzig, also volles Rohr Umami. Die scharfen Frühlingsszwiebeln bringen Frische rein und das saftige Hühnchen zergeht geradezu auf der Zunge. Mit etwa 750kcal pro (großer!!) Portion ist das Gericht eine echte Hauptmahlzeit, hält aber auch echt lange satt.
Neugierig? Hier das Rezept:


Oyakodon


Zutaten (für 3 große Hauptmahlzeiten oder 6 Beilagen):
800g Hähnchenfleisch aus dem Schenkel ( Mit Haut, entbeinte Oberschenkel sind super, ansonsten selber auslösen, Knochengewicht beim Kauf mitbedenken. Aus den Knochen mit Fleischresten lässt sich ne geile Brühe kochen: Mit 2l Gemüsebrühe, einer gehackten Zwiebel und einer gehackten Karotte anderthalb Stunden köcheln lassen, salzen und als Vorspeise futtern)
6 Eier
1 rote Zwiebel

Sauce:
90ml Sojasauce
90ml Sake
90ml Mirin
35g Zucker
90ml Wasser
1 Messerspitze Salz

225g Rundkornreis

3 Stangen Frühlingszwiebeln

Zubereitung:
  1. Reis nach Anleitung kochen.
  2. Derweil Hühnchenfleisch in Stücke schneiden, Zwiebel  würfeln.
  3. In einer Pfanne Sojasauce, Mirin, Sake, Zucker Wasser und Salz verrühren. Fleisch und Zwiebeln hinzugeben und so lange bei mittlerer Hitze kochen, bis die Soße dickflüssig wird.
  4. Eier in einer Schüssel verquirlen, über die Hähnchenmasse geben, stocken lassen.
  5. Reis in Schälchen anrichten, Hähnchenmasse darauf verteilen. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, über das Gericht streuen.
  6. Schmecken lassen.

Uns hat es ganz großartig gemundet und wir werden die Erfahrung "Donburi" auf jeden Fall wiederholen.


*Tüdelüüü*

Wren